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Dibre Emeth · 1846-10-01 · Heft 10 (Oktober 1846) · page 5

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Journal
Dibre Emeth
Volume
2 (1846)
Issue
Heft 10 (Oktober 1846)
Date
1846-10-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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169 es ihnen doch nicht entgehendaß sich die Forderungen des Gesetzes nicht blos an das Thun und Lassen, sondern auch, und zwar zurrst an die Gesinnung des Menschen wenden. Za gerade das Hauptgebot, das Gebot der Liebe zu Gott und dem Nächsten, wendet sich ausschließlich an das Herz des Menschen, die Liebe durch die Thät wird in den übrigen einzelnen Geboren gefordert. Diese innerliche Seite des Gesetzes mußte auch die wahren Theokraten zu dem Bewußtsein ihrer Sündhaftigkeit führen, zu dem Bekenntniß: wer kann merken, wie oft er fehlt, verzeihe mir die verborgenen Fehler (Psalm 19, 13.)! Za es wurde durch das Gesetz die innere Sünde des Herzens geradezu nach außen getrieben. Wie mit dem ersten, geoffenbarten Gebote I. Mos % 16 17. erst die Möglichkeit des Ungehorsams und des freien Gehorsams gegeben war, so mußten die später gegebenen, das ganze Leben bestimmenden Gebote denselben Kampf erzeugen, nur daß dieser bei der einmal eingetretene» Verderbtheit des menschlichen Herzens und der Geneigtheit zur Sünde stets mehr für die letztere sich entscheiden mußte. Diese Erkenntmß der Sünde, wir sie das Gesetz erzeugte, verbunden mit der Strafe, die es dem Ucbertretrr androhte, mußte eine Unbefriedigthrit im Herzen erzeugen. Ze mehr sich diese des Gegenstandes ihrer Sehnsucht bewußt wurde, desto lauter mußte das Verlangen nach ihrer Befriedigung, das Verlangen nach Vergebung der Sünden werden. Hatte das Gesetz dieses Verlangen erzeugt, so hatte es seinen Hauptzweck erfüllt und war die Brücke zu den positiven Heilsmitteln der Theokratie geworden. Unter diesen sehen wir obenangestellt das Sündopser (3. Mos. 4 — 7.). Wenn Zemand eine Sünde begangen hatte, die aber nicht eine Todsünde war, auf welche nicht unmittelbar das;-irn33 (ausgerottet) re. eintreten mußte, so brachte er durch den Priester ein Opfer für seine Schuld dar. Und weil das ganze Volk sich vieler gemeinsamen Sünden schuldig machte, jeder Einzelne aber mit vielen unbewußten Sünden belastet war, so wurde jährlich ein gemeinsames Sündopser am Bersöhnungsfeste (3 Mos. 16.) und ein besonderes für die Einzelnen am Paffahfcste dargebracht (2. Mos. 12,1 —14.)*). °) Daß das Paffahopfer nicht ein Dank-, sondern Sündopser war, geht

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