Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- Heft 9 (September 1846)
- Date
- 1846-09-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Missionar täglich das Brod für sich und seine Leute gab. Er wurde tief traurig. Zwei Mstzate lang las er täglich, sobald er seine Geschäfte beendigt hatte, im Worte Gottes und hielt sich in dieser Zeit fern vom Missionare. Endlich eines Morgens kam er zu demselben mit hriterm Angesichte und verkündigte ihm: Gott Lob, daß ich nun mit Zhnen reden darf. Zch bin so schlecht und fürchtete, Sie würden mich, wenn ich Zhnen meine Sünden erzählte, aus Ihrem Hause treiben. Zn der letzten Nacht habe ich nun die Ueberzeugung erlangt, daß mich Gott angenommen hat. Dabei bekannte er auch seine früher», oben schon mitgetheilten Gedanken. Zn Europa angelangt bekam Gobat nur einen Missionar. 1834 zog er wieder hin in das Land, das ihm so theuer geworden. Auf dem rochen Meere wurde er sehr krank. Um aber seinen Br. Zsenberg im Lande einzuführen, wollte er doch hin, und gedachte dort zu sterben. Zwei Zahre lang lag er in Adowa, in der Hauptstadt der Provinz Tigre, zu Bette, ohne etwas chun zu können. Während der Zeit kamen Leute, die ihn von ftüher her kannten, an sechzig Stunden weit, um ihn abzuholen. — Endlich mußte er den Entschluß fassen, nach Hause zurückzukehren. — Zm gelobten Lande wird der Bischof jetzt Gelegenheit haben, mit den Abessiniern, die zahlreich nach Zerusalem pilgern, wieder Verbindung anzuknüpfen. Seit 1839 war Gobat in Malta. Zm vorigen Zahre wurde er von einem Comits berufen, eine Schule zu übernehmen. Kaum hatte er sie eröffnet, als der Ruf zur Bischofsstelle an ihn kam. Er war zuerst sehr betroffen und hatte keine Lust; aber er fand keinen Ausweg. Er beschloß, das Comits der Schule und das der kirchlichen Missionsgesellschaft um Rath zu fragen. Ehe aber noch seine Briefe Malta verlassen hatten, erhielt er Briefe von beiden Comits's, die ihn baten, er möge doch ja den Ruf annehmen. So fühlte er sich in seinem Gewissen gebunden, er konnte den Anttag nicht ablehnen, ohne seinem Grundsätze, sich in allen Stücken dem Herrn zu ergeben, untteu zu sein. „Daher," sagte der Bischof, „habe ich die Ueberzeugung, daß der Ruf von Gott ist; daher hoffe ich auch, Gott wird mich segnen und zum Segen setzen."