Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1846-08-01 · Heft 8 (August 1846) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
2 (1846)
Issue
Heft 8 (August 1846)
Date
1846-08-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2554541-2554556-2554565--00375-2556158
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

kommen waren, da sie als Zöglinge in das Institut ausgenommen wurden. — Ihr Brief ist freilich sehr einfach und selbst nicht einmal gramatisch geschrieben, aber wenn man bedenkt, daß beide weder deutsch schreiben noch lesen konnten, als sie in das Institut ausgenommen wurden, so wird man Ursache haben, sich über das zu freum, was sie in der Zeit gelernt habm. Es ist aber besonders der christliche Geist, und die kindliche Einfalt in diesem Briefe, weshalb er von Interesse sein möchte, besonders da er zeigt, daß die Zöglinge nicht nur während sie in der Anstalt sind, in der Erkenntniß der Wahrheit wachsen, sondern daß sie auch, nachdem sie dieselbe verlassen, ihren ungläubigen Brüdem zum Segen werden, was für unser ganzes Missionswerk von wohlthäügem Einflüsse ist. Der Brief selbst lautet wie folgt: Lodz, dm 8. März 1845. Lieber Herr Prediger West! Der Gott der Liebe und des Friedens, der die Menschenkinder tüchtig macht, ihn durch seinen heiligen Geist zu erkennen und zu bekennen, und durch den wir von aller Furcht und Knechtschaft befreit und zu der Freiheit der Kinder Gottes gebracht wordm sind,— dieser Gott und Heiland, den Sie uns so oft und so treu empfohlen haben, sei Ihr Lohn und Ihre Stärke immerdar, daß Sie tüchtig gemacht werden mögen, noch viele aus dem Hause Israel ihrem Messias und Heiland zuzuführen. O lieber Herr, wir denken oft an die große Gnade, die wir durch den Glauben an Christum erlangt haben, und wie oft wir dadurch m unserer besonderen Lage erquickt uUd gestärkt worden sind, und wir werdm nie vergessm, so lange wir leben, was Sie für uns getha» habm. Ja, wir werdm dm lieben Heiland im Himmel dafür preisen, und ihm sagen, daß Sie das Werkzeug gewesen sind, uns zu ihm zu führm, und daß Sie es treu mit uns gemeint und uns nichts vormthaltm habm von der Wahrheit, die uns ewig glücklich machen kann. Lieber Herr Prediger, entschuldigen Sie, daß wir so lange Nicht geschrieben habm, (2 Monate) obgleich wir versprachen, bald

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.