Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1846)
- Date
- 1846-07-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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112 Zesu in Deutlich ihre Knie gebeugt haben. — Ganz besonders soll aber auf Christum nicht passen, daß unser Gottesknecht nach B. 9 unter Frevlern begraben wird, während doch Jesus im Grabe des Joseph von Arimathia lag, und daß das wirkliche Bentetheilen mit Starken in B. 12 auf einen noch nicht erschienenen Messias deute, dessen Reich von dieser Welt sein würde. Ob die letzte Behauptung ernstlich gemeint sei, möchte man bezweifeln, wäre sie nicht noch vor kurzer Zeit wiederholt worden. Man sieht nicht ab, woher die Nöthigung stammt, diese Worte in der rohesten Buchstäblichkeit zu fassen. Für die Hoffnungen eines Propheten würde doch auch eine solche Sehnsucht nach Beute etwas unangemessen sein; und dieselben Ausleger, welche diesen Einwand erheben, fürchten sich vor der bildlichen Erklärung gar nicht so sehr, wenn sie unter der Nachkommenschaft in B. 10 ohne Weiteres zukünftige Schüler der Propheten vrrstehm und bei der Krankheit in B. 3 u. 4 uns an Leiden aller Art denken lassen. Und diese Worte, welche sowohl nach dem Zusammenhänge — denn als mit zur Verherrlichung gehörend wird angegeben, daß der Knecht Gottes, der Gerechte, viele gerecht macht, ihre Sünden trägt und die Uebelthäter vertritt — als nach unzähligen Parallelen als ein Bild geistiger Siege über die Völker erwiesen werden, diese sollte man nur buchstäblich fassen dürfen? Eben so könnte man die vorher angezogene Stelle: Man gab bei Lasterhaften ihm sein Grab, Und bei einem Reichen war er in seinem Tode. einfach bildlich verstehen, um die gerügte Unangemessenheit zu entfernen. Der Prophet wollte das geduldige, unschuldige Leiden des Gottesknechtes schildern, wollte die über ihn verhängte Schmach ausmalen; und konnte ihm dazu nicht auch dieser Zug dienen, wenn ja doch die Versagung eines ehrlichen Begräbnisses für nicht geringe Schmach galt? Indessen weiß ich nicht"), was sich *) Daß i’T'ISPJJ „reich" gottlos bedeute» könne, Ist mindestens sehr unsicher, wenn nicht gradczu eine „Fabel;" die Vermuthnng Ewald's p^y nur ein leerer Noihbehelf, und, wollten wir auch die Bedeutung des Wortes zulasten, rin genauer Parallellswus der beiden Glieder doch nicht vorhanden.