Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1846)
- Date
- 1846-07-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2554541-2554556-2554564--00352-2556134- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
von verschieden, wenn Hoseas Cap. 14, 1 droht: „Samaria wird die Schuld büßen, durch das Schwert werden fallen die jungen Kinder u. s. f", und V. 2 fortfährt: „Bekehre Dich, denn Du bist gefallen wegen Deiner Schuld!" Eng damit hängt ein anderer Einwand, der sich auf ähnliche Weife erledigt, zusammen, wenn man den Messias darum für ausgeschlossen hält, weil in Cap. 49, 50 u. 61 derselbe dann redend auftreten würde. Soll es aber wahrscheinlicher sein, daß;. B. in Cap. 49 der Prophet als Individuum zu reden anfange, und doch im Berlauf die zukünftigen Propheten mit einbegriffen seien, oder daß er sich mit der Idee des Prophetemhums identisicire? soll es wahrscheinlicher sein, wenn nach andern Auslegern das Volk, oder gar viele Heidenvölker redend ringeführt werden? Man sieht gar keinen Grund ab, warum nicht auch der Messias redend auftreten könnte, und dies um so weniger in unserm Abschnitt, der vor allen andern „den Charakter einer prophetischen Ekstasis" an sich trägt. Ist ja nämlich die innere Anschanung der Propheten „gleichsam die Schaubühne, auf der die Personen, welche sich ihnen darbieten, handelnd und redend auftreten," kann man sich da wundern, daß es bald heißt: „Eine Stimme ruft", bald: „Gott spricht" und auch der Messias redet! (Bgl. Sach, l l, 13.) Der gewichtigste Einwand gegen die messianische Auslegung in den berrgten Abschnitten möchte immer der sein, daß sich darin mehreres fände, was auf Zesum Christum, den erschienenen Messias, keine Anwendung leide. Man hat dergleichen zu finden gemeint. So sollen nach Cap. 52, 12 den Knecht Gottes Könige persönlich ehren; und man fragt, welcher König den Herrn persönlich geehrt habe. Die angezogenen Worte lauten: „Also wird er viele Könige über sich in Staunen setzen, Könige verschließen ihren Mund." Das Verschließen des Mundes ist nach allen Auslegern eine Bezeichnung des ehrfurchtsvollen Schweigens, der demüthigen Unterwerfung. Wer sieht nun nicht, daß das Wort persönlich geflissentlich eingeschobcn ist? Denn, wie die Worte sagen und was sie lauten, so hat es sich bis auf den heutigen Tag erfüllt, da viel Fürsten und Regenten vor dem Herrn 9 *