Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1846)
- Date
- 1846-05-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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8S Evangelium oder N. T., ja vermögen sogar die Ueberschriften über dm Kapiteln als Znhaltsanzeige einen Juden in seinem Glaubm wankend zu machen oder gar von der „ererbten Religion" ab und zum Christenthume hinznfi'chren, so legt er damit unstreitig dem Evangelio vielmehr Werth und Kraft bei, als dem A. T. und stellt die Ueberschriften über den Kapiteln, die bloßen Znhaltsanzeigen, weit über das Wort Gottes selbst. Zugleich aber beweist er damit, daß er gar nicht überlegt hat, was er mit dem Ausdrucke „entfremdeter Bibeldeutung" hat sagen wollen. Soll.damit der Inhalt der Kapitelüberschriften und das N. T. gemeint sein, wie man nach dem Zusammenhänge aunehmen muß, dann scheint der Berichterstatter nicht zu wissen, oder er will es nicht wissen, daß wohl keine einzige Stelle in der Bibel vorkommt, welche die Christen von dem Messias, von seiner Person, seinen Leiden, seinem Reiche re. erklären, oder in der sie die Dreieinigkeit oder irgend eine der Unterscheidungslehren des Christenthums und des Zudenthums — wir meinen des antibiblischen Zudenthums — finden, nicht auch viele Juden ebenso verstanden hätten, und es würde dann immer erst entschieden werden müssen, ob die Bibeldeutung der Christen und vieler aufrichtigen Juden und besonders des Herrn Jesu selbst und seiner Apostel, die ja doch auch Juden waren, oder die derjenigen Juden, zu welchen unser Berichterstatter gehört, eine dem A. T. entfremdete sei. Sollte er damit aber die rabbinischen Auslegungen gemeint haben, nun so sagt er sich ja selbst von der „ererbten Religion" los und spricht damit zugleich aus, daß die „ererbte Religion" ein Abfall von Gott und seinem Worte gewesen ist, und wenn er auch das Christenthum, das doch auch von den Juden, wenn auch größten Theils auf die Heiden, vererbt worden ist, nicht für die rechte Deutung des A. T. anerkennt, so mag er die Güte haben uns erst zu beweisen, daß seine Deutung die richtige ist. Wie wenig Wahrheitsliebe der Mann besitzt und wie wenig eihm überhaupt um die Wahrheit zu thun ist, beweist endlich seine Verdächtigung der englischen Bibelübersetzung. Diese Uebersetzung ist bekanntlich und zugestandenermaßen eine der besten und, die holländische abgerechnet, wohl die wörtlichste, und kann in