Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1846)
- Date
- 1846-05-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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77 nur bestehen: — wir können getrost fragen, welcher neue Bund auf dem Prophetenstande beruht habe, und man wird uns die Antwort schuldig bleiben. Man wende uns nicht ein, wenn wir die in den beregten Kapiteln vorkommenden Prädikate nicht auf die Propheten bezie» hm können, daß das Entgegenstehende doch nur Hoffnungen seien, die der Prophet sich gemacht, und sage: getäuschte Hoffnungen seien noch kein Beweis, daß die Hoffnungen nicht selbst vorhanden wären. Das Letzte ist ganz richtig; allein so ausschweifende, fast möchten wir sagen, unsinnige Hoffiningen, die nun und nirgend einen geschichtlichen Anknüpfungspunkt finden konnten, mit Gewalt einem Schriftsteller beizulegen, ist mehr als gewagt, ist den Regeln aller vernünftigen Auslegung schnurstracks entgegen. (Fortsetzung folgt.) Misflons - Nachrichten. Wir theilcn zunächst noch einiges aus dem Tagebuche des Herrn Prediger Stern mit. Es heißt da weiter: Am 23. Mai reisten wir nach Hamadan. Unser Bediente war vorausgegangen, um uns eine Wohnung zu besorgen, kam aber bald mit der Nachricht zurück, daß Zam Z Tumah, Tag der Versammlung, sei und daß die meisten Bewohner der Stadt entweder schliefen oder in ihrem Harem seien. Wir waren daher gcnöthigt, nach einer Karavanserei zu gehen, die voll war von lärmenden und zänkischen Pilgern. Am nächsten Tage jedoch gelang es uns, eine bessere Wohnung zu bekommen. Montag, den 25., besuchten wir den Molla (Rabbiner), der so eben beim Kadi war, um sich über die schweren Abgaben zu beklagen, mit welchen die Juden auf ungerechte Weise belastet worden seien. Die Mohamcdaner, aus 15000 Familien bestehend, dürfen nur 20 Toman's bezahlen, während die Juden, nur 300 Familien, das doppelte zahlen müssen. Während wir in der Wohnung des Molla auf seine Rückkehr warteten, versammelten sich daselbst eine große Anzahl Juden, denen wir das Evangelium des Friedens verkündeten. Als der Molla kam, bewillkommte er uns aufs Herzlichste mit. hem gewöhnlichen Gruße: Friede sei mit Euch.