Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1846)
- Date
- 1846-05-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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72 wäre, dem Propheten anfzudringen, der selbst B. 8 mit den Worten: „Er ward weggetilgt wegen der Miffethat meines Volkes" den entschiedensten Protest gegen die Deutelei von der redenden Einführung der Heidenvölker einlegt? Heißt das, seinen Autor aus sich selbst erklären, wenn man dem Propheten, der mit so starken Worten Israels Verschuldung ausspricht, wie Cap. 42, 24: „Wer hat Jacob der Plünderung Preis gegeben? Hat es nicht der Herr gethan, an dem wir gesündigt haben? der dem Volke vorwirft, daß es Gott Mühe und Arbeit mit seinen Missethaten gemacht habe, (43, 24) eine so abenteuerliche Meinung wie jene beilegen will? Wir wünschten wohl zu erfahren, worauf sich solche Behauptungen stützen, daß „nach einer Ansicht der Propheten (?!) die Juden im Exile für ihre Sünden mehr gebüßt hätten als sie eigentlich hätten sollen", daß also für die anderen Völker noch ein — Ucberschuß geblieben sei. -Dem Boden des A. T. sind solche Vorstellungen nicht entwachsen. Za selbst das wissen wir nicht, wie man die Möglichkeit nur Nachweisen will, daß unter den Exulanten, die mit Esra beten: „Unsere Missethaten sind uns über den Kopf gewachsen, unsere Schuld ist bis in den Himmel gestiegen — deshalb sind wir gegeben worden in das Schwerdt, in Gefangenschaft und in Raub" solche eitle Vorstellungen haben aufkeimen können. Zugestandener Maßen haben nun auch die aus dem Exil zurückkehrendcn Juden dem bessern Theile des Volkes angehört; und haben sie ihr Sündenbewußtsein in solchen Worten, die keineswegs vereinzelt dastchen, aussprechen können, so richtet sich auch von selbst die Meinung derer, welche unter dem Knechte Gottes „das Aggregat der Gottesverehrer" verstehen, deren unschuldiges Leiden andern hätte zur Sühne dienen können; selbst wenn auch diese Gegenüberstellung eines bessern und schlechtem Theiles in jmem Sinne irgendwie begründet wäre. Man sieht, daß gegen die erste der oben angeführten Bedeutungen sich alles sträubt, wiewohl wir nur das sogleich in die Augen Springende erwähnt haben. Sollen denn aber die angeführten Anzeichen uns gänzlich irre geführthaben? Wirkommenim Berfolgedaraufzurück.