Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1846)
- Date
- 1846-05-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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71 lichen Schwierigkeiten Hinweisen, von denen sie überall!gedrückt wird, sobald man nur Ernst macht, sie dmchzuführen. Bedenklich muß man schon dadurch werden, daß man bei Cap. 50 und 61 nicht mal den Versuch gemacht hat, an das Volk zu denken, wie denn auch der Augenschein die Unmöglichkeit lehrt, sondern diese Stelle immer auf den oder die Propheten gedeutet hat. Das Bedenken wächst aber durch die deutliche Unterscheidung, die zwischen dem Volke und dem Knechte Gottes gemacht wird, und das schon in C. 42, wenn Gott ihn zum 21k zum Bunde des Volkes (B. 6.) macht — was doch nichts anderes heißen kann, als daß Gott durch seinen Knecht einen neuen Bund abschließen, daß der Bund in demselben ruhen werde, — und wenn es von ihm heißt, er werde das zerstoßne Rohr nicht zerbrechen und den glimmenden Docht nicht auslöschen. Damit ist doch offenbar dies gemeint, daß er den durch Leiden Gedemüthigten Trost bringen werde: und wer sind diese anders als das Volk? Dieselbe Schwierigkeit kehrt im verstärkten Maße bei Cap. 49 wieder: die Verschiedenheit des Knechtes vom Volke liegt zu offen am Tage, als daß die Versuche, sie zu leugnen, nur der Prüfung werth wären. Dazu, heißt es, habe Gott ihn sich vom Mutterleibe zum Knechte gebildet, Jacob zu ihm zurückzuführcn; nicht genug sei cs, wenn er nur die Stämme Zsraels wieder aufrichten sollte, vielmehr, zum Lichte der Völker solle er werden; trotz seiner Erniedrigung solle er der Bund des Volkes sein, um das verödete Erbe wiederherzustellen. Eine den Worten angechane Gewaltthat ist es, wenn man diese dem Gottesknechte beigelegten Werke auf Gott selbst beziehen will, wovon jeden unbefangenen Leser der erste Blick überzeugen wird. Wie man endlich im Cap. 53 die Beziehung auf das Volk nur im Ernste habe festhaltcn könne», ist schwer zu begreifen. Was soll man, fragen wir, von Auslegern halten, die Cap. 53, 1 — 10 die Heiden reden und das reuige Geständniß ablegen lassen, daß sie das Volk Israel verkannt hätten und erst jetzt überzeugt würden, wie es für ihre Sünden stellvertretend gelitten hätte? Was ist wohl abgeschmackter, als den lächerlich stolzen Wahn, daß Israel den Märtyrertod für die Sünden seiner Feinde gestorben 6*