Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- Heft 4 (April 1846)
- Date
- 1846-04-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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65 einer Synagoge, öffentlich Christum, den Gekreuzigten, predigen. Als wir nach Hause gingen schickte einer der Rabbiner einen Boten nach, uns in sein Haus einzuladen, aber da seine Frau krank und er sehr arm war, nahmen wir die Einladung nicht an. Am Sonntage, den 18., kam unser jüdische Freund in Begleitung eines andern Juden zu uns, wo ich ihm die Hauptlehren des Christenthums erklärte. Der arme Mann fühlte die Kraft her Wahrheit, aber er fragte, was soll ich thuu? Ach bin nur ein armer Mann, von hier kann ich nicht weg und wollte ich Christ werden, so würde ich mein Elend nur vermehren. Wir ermahnten ihn, fleißig das N. T. zu lesen, was er aufs Feierlichste zu thun versprach. Er nahm einige Traktate an und sagte, daß er fie seinen Kindern zum Abschreiber: und Lernen geben würde. Auch drückte er sein Bedauern aus über unsere schnelle Abreise, dankte uns für das, was wir gesagt hatten und fügte hinzu, daß er es niemals vergessen werde. Wir boten ihm eins der Schafe an, die uns der Gouverneur gesandt hatte, aber er sagte, daß es ihm die Muselmänner gewiß unterweges wegnehmen würden und wir selbst würden uns beim Gouverneur in Ungnade bringen, wenn wir sein Geschenk einem Zuden geben. Montags, den 19., verließen wir Kermanschah in Begleitung von 3 Soldaten, die uns der Gouverneur zu unsrrm Schutze gesandt hatte. Einige Stunden ging unser Weg durch eine wohlangebaute Ebene, voll von Dörfern und Gärten, endlich kamen wir in das Dorf Besiton, wo wir abstiegen. Zn der Nähe ist ein Felsen, über den ich einige Worte sagen muß, besonders da Grund vorhanden ist, daß er mit der Geschichte Israels zusammenhängt. Er ist dreieckig und sehr hoch. Aus einer Ecke bricht ein klarer und starker Bach hervor, der den müden Wanderern einen labenden Trunk bietet und die benachbarten Felder bewässert. Der Fels scheint künstlich durchbrochen zu sein, an der Vorderseite ist eine Terrasse mit einigen ungeheuren Steinblöcken, wahrscheinlich Ueberreste eines Kastells, denn die Könige von Persien pflegten sich während der heißen Jahreszeit in diese gebirgigten Gegenden zurückzuziehen. Auf der . andern Seite besindet sich eine griechische Inschrift, die aber fast gänzlich verwischt