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Dibre Emeth · 1846-04-01 · Heft 4 (April 1846) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
2 (1846)
Issue
Heft 4 (April 1846)
Date
1846-04-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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62 und Pistolen bewaffnet, wir wurden jedoch bald von unserer Furcht befreit^ indem wir hörten, daß es bloß Kawaffe (Polizei-Soldaten) seien, welche einen vornehmen Mann nach Chasrabah begleitet hatten. Am 10. verließen wir früh Morgens Hadschi-Kara und überstiegen die Hügelreihe, welche die Türkei von Persien trennt. Der Weg ist sehr gefährlich, wegen der räuberischen Kurden, die in diesen Bergen hausen und nur von Plünderung leben. Der Scheck unserer Karavane entdeckte vom Gipfel eines Berges Räuber im Hinterhalte liegend, und da er wußte, daß sie eine zahlreiche Karavane nicht anzugreifen wagen wurden, so gab er ihnen ein Zeichen, sich zu nähern. Kurz darauf begegnete uns eine Karavane von 500-Personen, meist Weibern, wie auch noch eine andere mit ungefähr 150 Leichen in Särgen, welche in Kerbel« und Messchid, in der Nähe, wo die Asche ihres verehrten Ali ruht, begraben werden sollten. Abends um 10 Uhr kam die Karavane an einer gut gebauten, aber schmutzigen Karavanserei an. Nachdem wir am 12. einem kleinen Strome entlang gegangen waren, wurde plötzlich unsere Reise durch einen hohen Berg unterbrochen, indeß ergab es sich, daß der Weg hinauf besser war, als es Anfangs schien; er scheint aber nur mit großer'Mühe gangbar gemacht worden zu sein. Früher machte er die Gränze zwischen Medien und Assyrien. Nachdem'wir den Gipfel dieses Felsens überschritten hatten, führte unser Weg durch eine eben so wilde Gegend wie vorher, bis die Karavane endlich um 3 Uhr Kerrind erreichte. Wir gingen in den Chan, aber er war bereits voll von Pilgrimmen, daher wir in einen Garten gingen, in der Absicht, den Rest des Tages unter dem Schutze der Bäume zuzubringen, eine Wohlthat, die wir nur erhalten konnten, indem wir dem Gärtner die Aussicht auf ein Bakschisch (Geschenk) stellten. Wir wurden jedoch sehr bald durch eine Botschaft des Gouverneurs, Abdul Ali Chan, sehr angenehm überrascht, der uns eiuladcn ließ, den Abend in seinem Hause zu verbringen. Wir folgten bald und es wurde uns von diesem moslemischen Häuptlinge als englischen Geistlichen die größte Aufmerksamkeit zu Theil. Es wurde nach persischer Weise ein Mittagsmahl genossen, das heißt, man saß auf

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