Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- Heft 4 (April 1846)
- Date
- 1846-04-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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61 Aus unserm letzten Schreiben haben Sie ersehen, daß Wir eine kurze Missionsreise nach Persien zu Wachen beabsichtigten. Ich freue mich, Ihnen sagen zu könne»/ daß diese Reise nicht ohne Segen war, und beginne meine Nachricht mit unserm Ausbruche von Bagdad. Wir verließen Bagdad am 3. Mai mit Sonnenuntergang, und nachdem wir 9 Stunde» gereist waren, lagerten wir unS in der Nähe des Flusses Diala im freien Felde. Am 5. setzten wir unsere Reise fort und nach ungefähr zwei Stunden überschritten wir dm Fluß und kamen in das Dorf Baka m ba. Arn 6. gegen Abend brachen wir nach Scheheri-Bah auf, das wir nach einem anstrengenden Marsche am folgenden Morgen erreichten. Wegen der großen Hitze mußten wir irgendwo Schutz suchen und nahmen unsere Zuflucht zu einem Stalle eines halb zerstörten und verlassenen Chans. Auf unsere Nachfrage erhieltm wir die Nachricht, daß 2 jüdische Familien am Orte wohnten. Einer der Familienväter besuchte uns auch, dem wir das Evangelium predigten und ihn dann ermahnten, an den Herrn Zesum zu glauben. Am Abende schlossen wir uns wieder der Karavane an, die auf freiem Felde gelagert hatte. Bald nach unserer Ankunft in Chasrabad kam eine andere Karavane an, welche auf demselben Wege, den wir den folgenden Tag,zu machen hatten, beraubt, und wobei einige von den Reisenden sogar verwundet worden waren. Diese Nachricht versetzte unsere Gesellschaft in große Bestürzung und einige Führer baten uns, den Gouverneur um eine Eskorte zu ersuchen. Allein, da wir nur wenig Gepäck bei uns hatten und solche bewaffnete Schutzwache kostspielig ist, so schlug ich ihren Wunsch ein für alle Mal ab, versprach ihnen jedoch zu den Kosten beizutragen, wenn sie eint nehmen wollten. Dies machte allm ferneren Zudringlichkeiten rin Ende und wir machten uns ohne Schußwache auf dm Weg nach Hadschi-Kara. Wir warm noch nicht weit gekommen, als einige der Maulthiertreiber, die vorausgezogen, in voller Hast zurückkamen und der Karavane befahlen, sich zusammen zu ziehen, da sich Räuber naheten. Es erschien auch bald ein Haufe Kurden zu Pferde, mit Schilden, Lanzen, Säbeln