Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- Heft 4 (April 1846)
- Date
- 1846-04-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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56 wir als allgemein zuzrflanden und für jeden aufmerksamen Leser leicht ersichtlich annrhmen, und es kommt nur darauf an, die Frage drs Kämmrrers aus dem Mohrenlande zu beantworten: „Von wem redet der Prophet solches? Von sich selbst oder von jemand ayders?" (Act. 8, 24). Wer ist der Knecht Gottes? Die Antwort auf unsere Frage ist besonders in der letzten Zeit sehr verschieden ausgefallen, und, wie uns scheinen will, hauptsächlich aus dem Grunde, weil man mit jenem Kanon der Auslegung, einen Schriftsteller aus sich selbst vor allen erklären zu müssen — einem Grundsätze, den man auf jedem andern Gebiete fcsthält,— gerade hier nicht recht Ernst macht, und lieber hinein als aus legen will. Wollen wir also nicht allen Boden unter unfern Füßen verlieren, so müssen wir von dem Feststehenden aus rin Urthejl über das Zweifelhafte bilden, nicht jenes nach einer uns beliebenden Deutung dieses uns zurecht legen. Ehe wir uns demnach zu den Stellen wenden, bei denen die Antwort auf jene Frage zweifelhaft ist, wollen wir zuerst fragen: Wen nennt das A, T. und Zesaias insbesondre einen Knecht Gottes? Der Name „Knecht Gottes" läßt sich in seiner allgemeinen Fassung vielen beilegen. Während er an sich jeden Frommen, der Gott Gehorsam leistet, bezeichnet (z. B. Zes. 54, 17 „das ist der hat vr. Umbreit in seiner Schrift: „Der Knecht Gottes" p. 4 die (von ihm) im zweiten Theile währgenommene Veränderung bedeutender religiöser Vorstellungen eben als ein Erzeugniß jener Leidensepoche des Exils begreifen und daraus die Idee eines leidenden Messias ableiten wollen. Aber es liegt wohl in der Natur der Sache, daß ein bedrängtes, seines Vaterlandes, seines Gottesdienstes, kurz seiner theuerflen Güter beraubtes Volk eher in einem herrlichen Könige als in einem verachteten Knechte der Zukunft seinen Trost suchen wird. Durch das Exil ist ein leidender Messias sicherlich nicht In die jüdische Theologie gekommen, und von solchen' Kriterien auS gegen die Aechtheit des zweiten Theils zu argumentiren, scheint sehr voreilig. Indessen, wenn U. l. c. p. 72 selbst einräumt, daß dieser herrlichste Zug geistiger Ausprägung gewiß auch in dem lebendigen Gebilde des vorexilischen Messias cingeschloffen war, so meinen wir, daß das Licht göttlicher Erleuchtung dem Geiste des alten ZesaiaS diesen Zug mindestens eben so gut in da« Licht des prophetische» Bewußtsein gestellt habe als das angebliche Licht der Geschichte dem Geiste „des großen Ungenannten", ay bcr Grenze de« Gl«. ' . , .