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Dibre Emeth · 1846-04-01 · Heft 4 (April 1846) · page 3

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Journal
Dibre Emeth
Volume
2 (1846)
Issue
Heft 4 (April 1846)
Date
1846-04-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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55 sehr späten Ursprung beimaß. Beides ist durchaus einseitig: Gegenstand der messianischcn Weissagung ist das verherrlichte, neue Gottesreich, das Haupt sowohl wie die Glieder. Daher wechseln allgemeine Schilderungen der Zukunft mit solchen, worin der Segen der messianischen Zeit mit dem großen Nachkommen Davids aufs engste verbunden wird. Bon der unbestimmten Ahnung des Weibessamens, der der Schlange den Kopf zertreten sollte, bis auf die bestimmte Hoffnung, daß der Verheißene von Davids Stamm sein würde, zieht sich die Hinweisiing auf den großen Erretter der Zukunft durch das ganze A. T. Unter allen Propheten ist aber keiner beredter und ausführlicher, diesen königlichen Davididen, der seinem Volke beständige Davidsgnaden (Zes. 55,3.) erhalten wurde, zu schildern als Zesaias, der König unter den Propheten. Ich möchte sagen, daß niemand ein so vollständiges Bild von dem Messias vorher entworfen, mit so lebhaften Farben nach allen Seiten hin gezeichnet habe als er, und das mit solcher Klarheit und Durchsichtigkeit, daß für ihn alle Schranken der Zeit hinweggefallen zu sein scheinen. Der Kern aller seiner Verkündungen bildet die messianische: wenn er mit Donnerworten des Volkes verstockte Undankbarkeit gezüchtigt, zur Buße ermahnt und die Strafgerichte Gottes als nahe bevorstehend gezeigt hat, weiß er eben so eindringend auf den Immanuel als König und Richter zu weisen, als, „das Zukünftige und Verborgene verkündend, ehe denn es kam, den Betrübten in Zion Trost zu geben, damit sie sich trösten möchten für uiid für," (Zes. Sir. C. '48, 27. 28) indem er vom Knechte Gottes redet, der da heilt und erlöst. Jenes ist die Losung des ersten: dieses der Kern des zweiten Theils. Auf diesen letzteren Punkt wollen wir im Folgenden näher eingehen. Daß die Schilderungen des Knechtes Gottes in jenem ganzen Abschnitt *) den Glanz- und Mittelpunkt bilden, dürfen *J Wir gehen im Folgenden von der, hier weiter nicht zu erhärtenden Voraussetzung aus, daß Zesaias Verfasser von Cap. 40 — 66 so gut wie von Cap. 1 — 39 ist. Lesern, die diese Ansicht nicht theilen können, machen wir bcmerkllch, daß von dieser Frage unsere Untersuchung durchaus unabhängig ist. Zwar 5*

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