Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- Heft 3 (März 1846)
- Date
- 1846-03-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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45 Erzählungen und Lehren der Schrift im Sinne der falschen Aufklärung behandelt werden. Was kann es denn für den religiösen Sinn helfen, daß auch die Mädchen daran Theil nehmen, werden diese nicht dadurch eher irre geführt als zu Gott geleitet! Und wie unrecht ist es, wenn nicht blos diese nicht, sondern auch nicht einmal die Knaben in einer jüdischen Schule so viel Ebräisch tonen, daß sie ihre Gebete und die heilige Thorah verstehen lernen! Sie werden auf diese Weise von vorn herein des Segens beraubt, das Wort Gottes in ihrer heiligen Muttersprache zu vernehmen und an einem jüdischen Gottesdienste vollständigen Anthcil z» nehmen. Manche Ereignisse der neuesten Zeit, namentlich die zweite Rabbinerversammlung in Frankfurt und die Bildung des Berliner Reformvereins, haben dazu beigctragen, die wahre Gesinnung derer zu offenbaren, die sich als Vertreter des wahren Zudenthums geberdeten. Auch ist man von der entgegensetzten Seite nicht lässig gewesen ihre Schwächen aufzudecken, wie dies namentlich fortwährend geschieht in der seit Zul. 1845 in Hamburg erscheinenden neuen Zeitschrift betitelt: „Der treue Zionswächter", welche sich die Aufgabe gestellt hat, die Zmercssen des orthodoxen Zudenthums zu vertreten. Ich darf daher wohl voraussctzen, daß Du von dem allen nicht unberührt geblieben und daher auch von der Verehrung der Reformfreunde zurückgekommcn bist, wenn anders Dein noch im letzten Briefe ausgesprochener Glaube an Gotteswort bei Dir nicht wie bei ihnen eine Redensart war. Das fühle und sehe ich freilich auch wohl: Es muß besser werden in Israel; aber der Weg, den jene einschlagen, ist nicht der rechte! Vielmehr aus dm Saamen, den sie säen, wüchset das allcrgcfährlichste Unkraut. Soll cs also besser werden, so muß vor allen dieses mit der Wurzel ausgerottet und der Verbreitung der neuen Weisheit gesteuert werden. Gott gebe uns Erkcnntniß und Kraft, um zur Heranbildung eines bessern Geschlechts in Zsrael bcizutragen! Nun noch ein Wort in Bezug auf Deine Bemerkung über die Christen, mit welchen ich in meinem vorigen Wohnort Umgang hatte, und die, welche Dir befreundet waren oder auch noch sind. Zch muß Dir auch in dieser Beziehung sagen, daß Du ge-