Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- Heft 3 (März 1846)
- Date
- 1846-03-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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44 Doch wen» ich auch dieses Alles zugestehe, was ich noch vor einem Jahre in der Weise nicht gekonnt hätte, so sind weder die reforwatorischen Lehrer »och ihre Schüler gerechtfertigt; es wird ihnen nur die Gerechtigkeit, daß die Ucbel, worauf sie ihre Anklage der alten Zustände stützen, und das Gute bei den Bessern unter ihnen nicht schlechterdings verkannt werden. Mein thrurer Freund, bei dem allen ist es mir nur zu klar und gewiß — und das betrübt mich noch immer — daß Gottesfurcht und Glaube, diese Grundpfeiler wahrer Religiosität und Weisheit, im Allgemeinen denen fehlen, die der neuen Lehre folgen, daß sie namentlich bei dep Leitern der Bewegung trotz ihrer schönen Redensarten fast gänzlich vermißt werden. Man hat die göttliche Autorität der Schrift und des Gesetzes weggeworfen, man folgt seiner Vernunft als höchsten Richterin, man scheut sich also nicht zu thun, was man meint vor dieser verantworten zu können, obgleich es Gott verboten hat, und in der Schrift zu verwerfen, was der Vernunft zu widersprechen scheint — das ist das Grundübel, die innere Krankheit der Kinder unserer Zeit, woraus alles Tadelnswerthe und Schlechte im äußern Leben herfließt. Laß Dich nicht durch Redensarten täuschen, es ist dem so, wie ich Dir schon das vorige Mal geschrieben habe: Mosis Gesetz ist den Leuten nicht mehr Gottes Gesetz in dem Sinne der Schrift, der Propheten Wort nicht Gottes Rede, und ihre Wunder glauben sie nicht. Daher die Vernachlässigung des Lesens der Bibel, daher das leichtfertige Umgehen mit Gottes Geboten. Wo noch etwas von Gottesfurcht und einem heiligen Respekt vor seinen Geboten gefunden wird, wie ich dies.oben anerkannt habe, da ist es meistens noch ein Rest einer ernsten Erziehung von gottcsfürchtigen Eltern. Welche Früchte aber werden die jetzige Erziehung ohncHmweisung auf den heiligen Gott und seinen Zorn über die Sünde, und ein Unterricht, der den Kindern Menschenweisheit statt göttlicher Gebote lehrt, wagen! Gott sei Dank, daß derselbe nicht in allen Schulen also ertheilt wird, aber es gibt solche, wo überhaupt über dem Unterricht in den Gegenständen, die fürs bürgerliche Leben nvthwrndig sind, nur wenig Zeit auf Religionsunterricht gewendet wird, und dann dir