Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1846)
- Date
- 1846-02-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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3S wir es hier ganz Mit, es heißt: „Damals, vor der Schöpfung der Welt, hat Gott den Tempel und den Zinon (das ist den Messias) eingesetzt. Das hohe Zeughaus (damit wird der Tempel gemeint) hat er von Anfang gegründet, ehe noch ein Volk oder Sprache war. Er beschloß seine Wohnung daselbst zu machen und die Irrenden auf den rechten Weg zu führen. Obgleich die Sünde so roth ist, so läßt er doch das Wort voran gehen: „„Waschet, reiniget euchl"" Wenn er gleich sehr zürnet, so entwickelt der Heilige doch nicht seinen ganzen Grimm. Noch bis auf den heutigen Tag werden wir verzehrt durch unsere Ungerechtigkeit, allein Du unser Fels hast uns doch noch nicht umgebracht. Der Messias unsere Gerechtigkeit hat sich von uns gewendet, wir werden erschüttert, und haben Niemanden, der uns rechtfertigt. Unsere Sünden und das Joch unserer Miffethaten hat er gettagen und er ist für unsere Miffethaten verwundet worden. Er trägt auf seinen Schultern unsere Uebertretüngen, damit wir Vergebung finden für unsere Sünden; durch seine Wunden sind wir geheilet; eine neue Schöpfung wird der Ewige entstehen lassen zur Zeit seiner Schöpfung. O, bring ihn herauf vom Erdkreise, von Seir laß ihn Heraufziehen, um uns hören zu lassen (zu berufen) am Berge Libanon zum zweiten Male durch die Hand des Messias (Zinon.)" Wie in der Ceremonie des Kapporothumschlagen aufdieNothwendigkcit eines BersöhnopferS hingewiesen wird, so wird cs in diesem Gebete ganz klar ausgesprochen, daß der Messias sich für die Sünden Israels zu einem solchen Bersöhnopfer hingegeben habe und daß in ihm allein Vergebung der Sünden und Heilung zu finden sei. Allein, obschon Israel jedes Jahr am Bersöhnungstage diese Wahrheit betend bekennt, nimmt es dieselbe doch nicht an, sondern verleugnet sie im Gegentheil auf mancherlei Weise, ja sogar am Versöhnungstage selbst, indem es durch seine Bußübungen und seinen ganzen Gottesdienst meint, sich Vergebung erwerben zu können. Vergleichen wir nun aber überhaupt die Feier dieses heiligen Tages, wie sie jetzt stattfindet, mit der im Tempel welch ein großer Unterschied stellt sich da heraus! Da ist kein Opfer mehr und kein Hvherpriester, der das Volk versöhnen könnte, und