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Dibre Emeth · 1846-02-01 · Heft 2 (Februar 1846) · page 14

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Journal
Dibre Emeth
Volume
2 (1846)
Issue
Heft 2 (Februar 1846)
Date
1846-02-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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34 bis zum nächsten BrrsöhnungSfeste thun werden. Es ist über dies Gebet schon sehr viel gestritten worden. Die Christen haben die Juden beschuldigt, daß sie in diesem Gebete jeden Eid als nichtig erkläre» und sich von der Pflicht entbinden, ihn zu halten. Dieser Ansicht ist in neuer Zeit sogar Herr Dr. Holdheim, einer der gelehrtesten Thalmudisten unserer Tage, beigetreten und hat deswegen einen langen und heftigen literarischen Streit mit andern gelehrten Juden gehabt. Diese nämlich behaupten mit den ältern, daß fich das Entbinden von den Eiden und Gelübden in diesem Gebete nur auf solche, welche man entweder freiwillig oder aus Ueberejlung thut, aber nicht auf diejenigen bezöge, welche man vor Gerichte gethan hat, und dieser Meinung muß auch Schreiber dieses beistimmen. Der Eid vor Gericht ist dem Juden etwas sehr Heiliges und es kostet ihm viele Ucbcrwindung, ehe er sich dazu bequemt, ihn zu leisten, was doch nimmermehr der Fall sein könnte, wenn er schon imvoraus für nichtig nnd nicht bindend erklärt worden wäre. Dessenungeachtet ist das Gebet als gegen das ausdrückliche Gebot des Herrn zu verwerfen, nach welchem auch die freiwilligen Gelübde, oder die aus Uebereilung gethan worden sind, gehalten werden sollen, 4. Mos. 30. Einige von den neuern Rabbinern haben jedoch dies Gebet schon abgeschafft, was gewiß nur zu billigen ist. Nachdem dies Gebet beendet ist, beginnt der eigentliche Abendgottesdienst, der in der Regel bis gegen 10 Uhr dauert.. Die meisten Juden gehen nun nach Hause, aber auch da beten sie noch Psalmen und andere Gebete oft bis Mitternacht, und wenn sie sich «überlegen, müssen sie mit einem schlechteren Nachtlager als gewöhnlich zufrieden sein. Die Frommen bleiben aber am liebsten in der Synagoge und legen sich da ein paar Stunden nieder, um sich zu erholen, die ganz Frommen aber bleiben wohl die ganze Nacht auf ihrem Platze stehen, um zu beten. An dem Versöhnungstage selbst versammeln sie sich noch vor Tagesanbruch wieder in der Synagoge und bringen daselbst den ganzen Tag bis an den Abend mit Beten zu. Das merkwürdigste unter allen Gebeten, die sie an diesem Tage hersagev, ist unstreitig das, welches von dem Messias handelt. Da es nur kurz ist, theilen

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