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Dibre Emeth · 1846-02-01 · Heft 2 (Februar 1846) · page 12

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Journal
Dibre Emeth
Volume
2 (1846)
Issue
Heft 2 (Februar 1846)
Date
1846-02-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Bon den Gebräuchen an dem eigentlichen Borbereitungstage, dem Tage vor dem Versöhnnngsfeste, wollen wir nur einige der vorzüglichsten mittheilcn. Wir müssen jedoch bemerken, daß sie von deutschen Inden wohl nur noch selten, beobachtet werden, dahingegen sie in Polen noch allgemein sind, wie sich ein frommer Jude denselben überhaupt nicht leicht entziehen wird. Zunächst erwähnen wir des sogenannten Kapporothumschlage'n. Diese Ceremonie besteht darin, daß ein jeder Jude einen weißen Hahn, die Frau eine weiße Henne nimmt, ein kurzes Gebet spricht und das Thier drei Mal über seinem Kopfe hcrmnschwenkt, wobei die Worte gesprochen werden : „Dieser Hahn (Henne) sei meine Auswechselung, mein Tausch, meine Versöhnung; dieser Hahn (Henne) soll zum Tode gehen, ich aber werde zum guten Leben und zum Frieden gelangen." Ist eine Frau schwangerso muß sie außer der ihrigen auch noch eine Kapporah (Versöhnung) für die Frucht ihres Leibes bringen; da sie aber nicht weiß, ob sie einen Knaben oder rin Mädchen gebären wird, so muß sie einen Hahn und eine Henne dazu nehmen. Zst diese Ceremonie vorüber, so werde» die Thiere geschlachtet, wobei die Juden denken sollen, daß sie, so wie diese Thiere, den Tod verdient haben. Die Eingeweide der Hühner werden den Vögeln vorgeworfen, und an die Armen wird so viel gegeben, als die Thiere gekostet haben. Darauf pflegen sie auf den Kirchhof zu gehen, um daselbst zu beten, bei welcher Gelegenheit sie reichlich Almosen spenden. .Zwischen dem Mincha- (Vesper) und Abendgebet findet das Malkothschlagen statt. Dies besteht darin, daß sich die Juden, gegenseitig 3i) Schläge mit einem Riemen aus Kalbsleber auf den Rücken geben. Der, welcher die Schläge empfängt, liegt mit seinem Gesichte auf der Erde, betet dabei das allgemeine. Sündenbekenntniß, schlägt sich bei jedem Hiebe mit der Hand an die Brust und nennt ganz leise die Sünde, die er wissentlich begangen hat. Diese Geißelung ist jedoch nicht so furchtbar, als man zu glauben geneigt sein möchte. Denn die meisten der Schlagenden lassen den Riemen gar leise auf den Rücken ihrer Freunde fallen, womit denn diese auch gar wohl zufrieden sind und ohne Striemen davon

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