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Dibre Emeth · 1846-02-01 · Heft 2 (Februar 1846) · page 11

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Journal
Dibre Emeth
Volume
2 (1846)
Issue
Heft 2 (Februar 1846)
Date
1846-02-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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31 1 Die jüdischen Feiertage. Das Versöhnungsfest in der Zerstreuung. Zn Nr. 11 des vorigen Jahres haben wir den Lesern dieses . Blattes Einiges von der Feier des Versöhnungstagcs im Tempel erzählt. Unser« Versprechen gemäß wollen wir nun eine kurze Beschreibung davon folgen lassen, wie sich die Feier dieses Tages nach der Zerstörung des Tempels gestaltet hat und von den Zuden noch gehalten wird. Die tl> Tage von Neujahr bis zum Bersöhnungstage könnte man füglich Borbereitungstage nennen. Es sind Bußtage, an denen es den Zuden obliegt, über ihre Handlungen nachzudenken und zu erforschen, ob sie gut oder böse sind, nicht etwa bloß deswegen, damit sic Ihre Sünden bereuen und vor Gott bekennen können, sondern auch, weil eine zweifelhafte That noch mehr Buße erfordere als eine offenbare Sünde. Hat ein Zude den andern beleidigt, so muß er Abbitte thun. Weigert sich der Beleidigte sich zu versöhnen, so muß der Beleidiger in Begleitung dreier Personen wenigstens dreimal zu ihm hingchen und ihn um Vergebung bitten. Findet er aber auch dann noch kein Gehör, so muß er seine Beleidigung zehn Männern entdecken, die ihm dann von seinem Vergehen lossprechen. Zst der Beleidigte aber sein Lehrer oder rin Rabbiner, dann muß er die Bitte um Verzeihung so lange wiederholen, bis sie ihm gewährt wird; und ist der Beleidigte gestorben, so muß er sich auf dessen Grab stellen und in Gegenwart von zehn Männern mit lauter Stimme sprechen: „Zch habe gesündigt vor dem Gott Zsraels und diesem Manne", und muß dabei die Beleidigung nennen. Aber auch der Beleidigte soll nicht willkührlich handeln, sondern zur Vergebung stets bereit sein; eine Ausnahme davon findet nur dann statt, wenn er um seinen guten Namen gebracht worden ist.

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