Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1846)
- Date
- 1846-02-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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27 großen Erschütterungen und bedeutendem Abfall ausgesetzt. Gewöhn« lich sind es dann einzelne kräftige Glieder solcher Gemeinschaften, von denm die Bewegung ansgeht, die sich dann auch nach allgemein gefühltem Bedürfnisse oft rasch verbreitet. Dies steht geschichtlich fest und unsere Tage liefern einen neuen geschichtlichen Beweis dafür. Die römisch-katholische Kirche legt von neuem einen großartigen^ innern Zwiespalt zu Tage, und zwar besonders darum, weil! der Bischof von Rom nur das unbiblische römische Clement in der Kirche geltend zu machen strebt und für biblisch ausgirbt. Daß die reformatorische Bewegung in der katholischen Kirche Deutschlands auch einen Einfluß auf die Zsraeliten von deutscher, und theilweise christlicher Bildung ausüben würde, war vorauszusehen, um so mehr, als die plötzliche Schwingung die fich von Rom losreißenden Katholiken in das andere Extrem, das des Unglaubens, hinüber geschleudert hat. Wir wollen hoffen, daß sie zum Gedeihen der guten Sache den Boden des rein biblischen Glaubens und Bekenntnisses gewinnen und so, wie die Reformatoren des scchszehnten Jahrhunderts, ihr Werk auf dem rechten Grunde erbauen werden. Aber wie die Sache bis jetzt steht, ist gar wenig Aussicht dazu vorhanden, und viele der deutschen Zsraeliten dürften keine Schwierigkeiten finden, sich ihr anzuschließen, indem sie sich das, was die Beschlüsse des sogenannten Leipziger Concils vom biblisch-katholischen Glaubensbekenntnisse noch übrig lassen, auch wohl gefallen lassen können, da ja auch sie Zesum für einen Wohlthäter des menschlichen Geschlechts anerkennen. Darum haben sich auch unter ihnen bereits wirklich schon ähnliche Bewegungen wie in der katholischen Kirche kund gegeben. Sie haben, wie der Berliner Aufruf besagt, „den Zohannesruf der Zeit vernommen", wollen sich dem unendlichen religiösen Meinungskampfe ihrer Gelehrten entziehen und, um zum Frieden zu gelangen, auf das Alte Testament zurückgehen, Menschcnsatzungen aber verwerfen. Das ist erfreulich, sobald es damit redlich gemeint ist. Der wahre Zohannesruf lautet aber bekanntlich: „Thut Buße, das Himmelreich ist nahe herbei gekommen", und die gründliche Rückkehr zum A. Testamente kann nur zum Neuen, das ist, zu dem führen, in