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Dibre Emeth · 1846-01-01 · Heft 1 (Januar 1846) · page 18

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Journal
Dibre Emeth
Volume
2 (1846)
Issue
Heft 1 (Januar 1846)
Date
1846-01-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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18 «er Gottes, welche nach ibm die Wunderthaten Gottes in Israel ausgezeichnet, erscheinen sie nicht als jämmerlich Betrogene oder elende Betrüger? So sind denn die, welche das Licht der Wahrheit in der Welt verbreitet, jedenfalls Kinder der Fmsterniß gewesen, entweder also, daß das Licht nickt zu ihnen drang, daß sie dumm und einfältig waren tund doch sind sie noch jetzt ein Licht m der Welt), oder also, daß sie durch die Lüge und Trübere!, mit welcher sie andern das Lickt, das sie hatten, zudeckten, für Kinder einer noch sckmackvollcrn Fmsterniß erklärt werden müssen. — Du erschrickst, wenn ick Dich nach Deinem letzten Briefe beurthrilen darf, nicht mehr vor solchen Folgerungen. Du denkst: Es falle immerhin, was sich nickt halten läßt, und sei es auch die Bibel und die Ehre derer, welche sie geschrieben haben. Aber die Frage findest Du doch billig: Wie kann eS nur möglich sein, daß Männer, welche sich für Bcrtreter des Zudenthums, für die Aerzte, welche Israels Schaden heilen wollen, ausgeben, Männer, welche sich eines erleuchteten Verstandes rühmen, solche Lehren heaen und vortragen können, bei welchen derartigen Folgerungen durchaus sich nicht auswcichen läßt? Du sagst vielleicht: Das ist freilich unbegreiflich. Ach, mein Freund, blicke nur in Dein eignes Herz, da wirst Du wohl etwas entdecken, was dieses Räthsel Dir loser; denn wie Du in der Erhebung über Gottes Offenbarung mit jenen Männern übereinstimmst, so wirst Du auch bei dir durch tiefere Prüfung dieselben falschen Triebfedern wahrnehme», welche jene Icitm, sollten jene auch nicht ganz mit Dir auf einem Standpuncte stehen. Vielleicht helfe ich Dir in der Erkenntniß derselben, wenn ich mich darüber aussprcche. Siehe, die Eonsequenzen, welche ick eben angeführt, machen sich die aufgeklärten Herrn manchmal nicht klar. Es mag Dir auch zum Theil so gegangen sein. Aber wenn man sie auch sieht und ihr Gewicht fühlt, Hilst man sich so gut es gebt hinüber, weil man eben bei seinen Ansichten aus Bequemlichkeit und Stolz bleiben will Denn, wenn Mosts Gesetz und der Propheten Aussprüche Menschenwerk sind, dann kann man als Mensch eines später fortgeschrittenen Jahrhunderts damit nach Gutdünken machen, was man will. Man behält von dem erster», was einem nicht lästig ist, und von dem letztem, was unsere Lieblingsmeinungen nicht zerstört. Das ist bequem und schmeichelt zugleich dem Hochmuthe unsers Herzens, man gefällt sich darin auf einer Höhe der Aufklärung zu stehen, welche die Alten nicht erreicht hatten. Es können keine Wunder und keine Weissagungen geschehen sein, denn dann gäbe es ja etwas, was wir Verständigen nicht begreifen, dann wären ja jene Propheten mit etwas bevorzugt, was jetzt den weisen Reformatoren - in Israel fehlt! Auch ist es ja durch die Vernunft ausgemacht bei allen Aufgeklärten, daß Gott nichts anders thut, als was nach

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