Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1846)
- Date
- 1846-01-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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16 Herrn Prediger, zu sein sich cinbilden, zu erklären. Aber muß nicht schon das Zeugniß unserganzen Volkes in allen Zahrhunderten uns bedenklich machen dergleichen Ansichten, wie scheinbar sie auch vcrtheidigt werden, beizutreten? Und was ist es denn, was man mit Grund gegen die Glaubwürdigkeit der heiligen Bücher geltend machen kann? Zeder Kenner des Ebraischen, ja schon der Leser einer guten Ueberseßung, kann bemerken, daß sie in einem Style abgefaßt sind, der ganz dem hohen Alterthume, das man ihnen beilegt, angemessen ist. Auch kann man keine sichern Spuren von Unglaubhaftigkeit in ihnen Nachweisen. Man hat ihren Nachrichten wohl die Berichte der Geschichtsbücher anderer Nationen entgegen gestellt. Aber gerade diese sind als Machwerk aus viel späterer Zeit erkannt worden. Dagegen, je weiter man aus glaubhaften anderen Duellen, wie noch neuerlich durch Entzifferung der egyplischen Hieroglyphen die Geschichte der heidnischen Völker, die im Thenach erwähnt werden, kennen lernt; desto klarer sieht man, wie geschichtlich treu auch in Nebendingen und ganz im Vorübergehen von diesen Völker» berichtet ist. — Durch diesen Umstand schon erscheinen mehrere heilige Geschichtsbücher als solche, die wahrhafte Geschichte, nicht unglaubhafte Sagen enthalten. — Ferner man hat Widersprüche in den verschiedenen Schriften, namentlich in den Berichten der Bücher Samuels, der Könige unter sich und im Vergleich zu der Chronik« (D^ö'PI ■'■pl) aufzudecken gesucht. Aber vieles scheinbar Widersprechende läßt sich von dem, der den Willen dazu hat, leicht vereinigen; und wenn für uns, die wir die Thatsachen nicht selbst anschauen können, es unmöglich ist, in einzelnen Fällen das Verschiedenartige in der rechten Zeitfolge zu einem zusammenstimmenden Gesammtbericht zu vereinigen, sind diese scheinbar bleibenden Widersprüche noch kein Beweis für Unglaubwürdigkeir der Erzähler. Zeder kann an einem alltäglichen Ereignisse beobachten, daß es von Mehrern glaubhaften Personen verschiedenartig erzählt wird, und daß das scheinbar Widersprechendste wahr sein und auch vereiniget werden kann, wenn es möglich ist, die Erzähler gemeinschaftlich zu befragen. Wo uns dieses nun nicht möglich ist, müssen wir Hiezu eine Beilage,