Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1846)
- Date
- 1846-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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15 schließe ich mit Recht: Das Buch, welches eine Erkennmiß mittheilt, welche auch die Weisesten unter den Nationen trotz alles Forschens nicht erlangt haben, muß Belehrungen Gottes selbst enthalten. Und wenn das der Fall ist, wenn in ihm der Allmächtige und Heilige redet, so beuge ich mich in Dcmuth und lausche voll Ehrfurcht seinen Worten, auch das verehrend, was ich noch nicht verstehe. Dasmein Freund, macht in Wahrheit weise und klug; denn in „seinem Lichte sehen wir das Licht." Laß alle Menschen ihre Laternen anzünden, sie werden die Nacht nicht zum Tage machen; wenn aber die Sonne aufgehet, so wird es Tag. Die Sonne der Geister aber ist Gott, und er gehet als solche denen auf, die in seinem Worte ihn mit Demuth suchen. Das, mein Freund, sei denn auch ferner unser Sinn, und das Gefundene mitzutheilen und die Wahrheit zu verbreiten, unscrs Lebens edelstes Streben! — Doch ich schreite Dir in meinem Eifer wohl zu schnell vorwärts. Du verlangst mit Deinem forschenden Verstände noch mehr Gründe, um Dich zur Unterordnung desselben unter die Schrift, oder zur Anerkennung ihres göttlichen Ursprungs Dich zu entschließen. Es läßt sich, auch ohne in die verwickelten Untersuchungen der Kritik im Einzelnen einzugehen, über diesen Gegenstand Vieles sagen, was dem, der seine Ohren der Wahrheit nicht verschließt, bedeutsam erscheinen muß. Ich möchte mich auch gern recht ausführlich gegen Dich aussprechen; doch, da mein Brief schon lang geworden ist, will ich Dich nur noch auf Einiges in der" Kürze aufmerksam machen. Du weißt es: Unser ganzes Volk hat von jeher für die Abfassung unserer heiligen Schrift von göttlich erleuchteten Männern, für die untrügliche Wahrheit ihrer Lehren und ihrer Erzählungen einmüthig Zeugniß abgelegt, bis man in der neuesten Zeit durch fremden Einfluß die Kühnheit, daß ich nicht sage, Frechheit gewonnen, die eigene Vernunft zur Richterin der Schrift zu machen, das Gesetz für eine Erfindung Mosis, der an menschlicher Bildung seinem Volke vorausgewesen, die Geschichte der Wunder in Egypten, in der Wüste u. s. w. für dichterisch oder fabelhaft ausgeschmückte Erzählungen, die Propheten für menschlich kluge Volksredner, deren Nachfolger sie, hie modernen