Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1846)
- Date
- 1846-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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6 gemeinschaftliche Sache mit ihnen und bestreben sich überdies noch, wo möglich das ganze Volk auf diese Bahn zu führen. Scheut man sich nun aber nicht, das heilige Gebot vom Sabbach auf so freventliche Weise zu übertreten, worauf die Todesstrafe und die Ausscheidung aus dem Wolke Gottes steht, so bedarf es gewiß keiner Weissagungsgabe, um Vorhersagen zu können, daß nicht mehr sogar viel Zahre vergehen werden, wo man sich auch der schmerzlichen Ceremonie der Beschneidung entledigen, und dennoch wähnen wird, Jude zu sein. Dies Letztere haben auch schon mehrere Rabbiner in ihren Gutachten darüber, ob die unbeschnittenen Kinder der Rcformfreunde in Frankfurt am Main dem Zudenthume angehörten oder nicht, bestimmt genug ausgesprochen, indem sie diese Frage bejahten. Haben sich nun auch diesen Bestrebungen der Neuern eine ziemliche Anzahl der altgläubigen Rabbiner entgegen gestellt, so vermögen sie doch nicht den ausgetretenen Strom wieder in sein Bett zurückzudrängen. Und wie sollten sie dies auch? Sind sie ja theils selbst schon von dem Geiste der Neuerung angesteckt, theilS fehlt es ihnen an jeder Fähigkeit dazu, indem sie es bisher versäumt haben, sich mit der eigentlichen Sachlage bekannt zu machen. Und selbst dann, wenn es nicht so wäre, würde es ihnen nicht gelingen, ihre Gegner zu besiegen, indem sie selbst nicht auf dem unerschütterlichen Grunde des Wortes Gottes, sondern auf dem Boden menschlicher Satzungen stehen, und daher auch keine sichere Tritte thun können. Muß sich nun auch nach diesen wenigen und flüchtigen Zügen unserem Blicke ein höchst trauriges Bild von dem gegenwärtigen religiösen Zustande der Zuden in den gebildeten Theilen Europas — denn von diesen haben wir bisher ausschließlich geredet — darstcllcn, so können wir doch nicht umhin, unsere Meinung dahin auszusprechen, daß dieser Zustand nicht von langer Dauer sein wird, ja wir hoffen sogar, daß er ein Durchgangßpunkt aus dem thalmudischen Zudenthume zum Christcnthume sein wird. Denn auf dem Wege, den diese Zuden betreten haben, müssen sie nothwendiger Weise endlich an den Punkt gelangen, wo sie zur Einsicht