Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1846)
- Date
- 1846-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Br. Philippsohn, macht in Nr. 25 seiner Allg. Z. des Zudench., in dem leitenden Artikel: „was und wie im Zudenthume reformirt werden soll," sogar den Vorschlag, daß man den Sonntagsgottesdienst, das heißt das Hersagen der Morgengebete, anstatt um 6 Uhr Morgens, um 8 Uhr halten und damit eine Predigt verbinden, also einen eigentlichen und förmlichen Gottesdienst einführen möge, und zwar zu dem Zwecke, damit diejenigen Zuden, weiche wegen ihrer „Grwerbetreidung" den sonnabendlichen Gottesdienst nicht besuchen, und die auf andere Weise nicht wieder hineinzubekommen seien, dem Zudenthume dadurch erhalten und zll israelitischem Gottesdienste gebracht werden. Um jedoch den Sabbath-Gotlcsdienst mehr zu wahren, oder im Fall zu viel Kräfte in Anspruch genommen werden sollten, wenn beide Gottesdienste wöchentlich gehalten würden, so könnte man ja den Sonntags-Gottesdienst nur alle vier Wochen einmal halten. Diesen Vorschlag des Herrn Br. Philippsohn hat die Genoffenschafft der Reform in Berlin nicht unbeachtet gelassen. Denn nachdem sie damit in ein neues Stadium getreten ist, daß sie am jüdischen Ncujahrstage und am Versöhnungßfeste ihren ersten Gottesdienst nach eigner Weise hielt, woran auch Br. Philippsohn thätigen Antheil nahm, indem er die Predigten dabei hielt, und wobei es, wie Augenzeugen versichern, ziemlich theatralisch hergegangen sein soll, hat sie am 19. November in einer Generalversammlung beschlossen und ihre Bevollmächtigten autoriflrt, einen regelmäßigen Gottesdienst nach denselben Prinzipien möglichst bald ins Leben zu rufen, der dann allwöchentlich zwei Mal, an jedem Sonnabend und Sonntag stattfinden soll. Wie nun solche Zuden nicht einsehen können, daß sie mit solchen Neuerungen bereits aus dem Zudenthume völlig hinausgetreten sind und demselben in keiner andern Beziehung mehr angehören, als daß sie noch das Zeichen der Beschneidung an sich tragen, sondern sogar meinen, die Bewahrer des ächten, reinen Zudenthums zu sein; und wie Rabbiner mit solchen Grundsätzen und Lehre« sich noch Verkündiger der von Gott geoffeubartcn Religion nennen können, der sie doch gradezu Hohn sprechen, das müßte uns