Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1846)
- Date
- 1846-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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3 jeden orthodoxen Rabbiner von dieser Versammlung entfernt halten mußte. Er charakterisirt sie hinlänglich und bezeichnet die Bahn, die sie betreten hat, als eine solche, die, wenn man nicht bald wieder einlenkt und zu dem Glauben an das geoffenbarre Wort Gottes zurückkehrt, nothwendiger Weise zur völligen Auflösung des Zudenthums führen muß. Denn hat man erst den Kern und Stern der Offenbarung, die Lehre von einem persönlichen Messias und, was damit aufs genaueste zusammenhängt, die rechte Bedeutung von den Opfern glücklich beseitigt, so wird man auch leicht mit andern Lehren und Gesetzen fertig werden , bis endlich auch die letzte Schranke durchbrochen und selbst die Beschneidung, als zum Bestehen des Zudenthums nicht nöthig, beseitigt worden, und man so glücklich ins Hcidenihum oder, wie man es lieber zu nennen Pflegt, in das allgemeine Menschthum hineingetreten sein wird. Daß wir hierin nicht irren, dafür liegen uns von einigen der bedeutendsten Männer und Stimmführer hinlängliche Beweise vor. Herr vr. Holdheim hat sich in seiner Schrift: ,,Das Ceremonialr Gesetz im Messiasreiche" hinlänglich darüber ausgesprochen, was überhaupt vom Gesetze Mosis zu halten und wie es auf unsere Zeit und Zustände gar nicht mehr anwendbar sei. Und wie den neuern Juden und sogar den Rabbinern der Begriff der Heiligkeit und Unverletzbarkeit selbst des Sabbaths so ganz und gar abhanden gekommen ist, das beweisen uns die Herrn Doktoren Herzfeld und Philippsohn. Zener, dessen Ansichten über Zudenthum wir schon in vielfacher Beziehung kennen gelernt haben, ist seinen Gemeinden mit gutem Beispiele vorangegangen und hat es ihnen bewiesen, daß die Heilighaltung des Sabbaths in der Weise, wie sie im Gesetzt Mosis geboten ist, für unsere Zeit nicht mehr nöthig sei, indem er zu einer Vergnügungsreise, die er unmittelbar nach der Rabbinerversammlung machte, auch den Sabbath benutzte. Dies hat ihm nun freilich von Seiten seiner Gemeinden einige Unannehmlichkeiten bereitet, ja es hieß sogar, daß er deswegen seines Amtes entsetzt werden sollte, allein die Differenzen sind laut Berichten wieder ausgeglichen und das früher gute Einverständniß zwischen Heiden wieder hergestellt. Dieser aber, nämlich Herr l*