Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1846)
- Date
- 1846-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Eine von den Haupterscheinungen ist nun wohl unstreitig die Rabbiner-Versammlung, — die zweite überhaupt, — welche vom 15. bis 28. Zuli vorigen Jahres in Frankfurt am Main gehalten wurde. Zu dieser Versammlung hatten sich Anfangs 28 der angesehensten neuern Rabbiner und Prediger vereinigt, von denen jedoch bald in den ersten Sitzungen zwei ausschieden, und zwar hauptsächlich deswegen, weil die Mehrzahl für den Antrag stimmte, daß der Gebrauch der hebräischen Sprache beim jüdischen Gottesdienste zwar für jetzt noch rathsam, aber keineswcges noihwendig und darum auch nach und nach daraus zu entfernen sei, wodurch die beiden Herrn das Zudenthum gefährdet glaubten. Lassen wir es dahin gestellt sein, ob gerade dies ein hinreichender Grund zu ihrem Austritte war, so steht, nach den Mittheilungen in der „Allgemeinen Zeitung des Zudenthums" und im „Orient", wenigstens das fest, daß ein orthodoxer oder auch nur halborthodoxer Rabbiner den Bcrathungcn dieser Versammlung unmöglich beiwohnen und thätigen Antheil daran nehmen konnte. Denn es wurden ja gerade, — wie wir dies schon in Nr. 9. dieser Blätter des vorigen Zahrganges berichteten, worauf wir den gütigen Leser verweisen — die Hauptlehrcn, die Lebensfragen des Zudenthums, in dieser Versammlung besprochen und darüber Beschlüsse gefaßt, als wären es Dinge, welche der Mode unterworfen sind und nach den Zeitumständcn und Lebensverhältniffen ohne weiteres abgeändert und ihnen angepaßt werden können. Wie hätte es z. B. auch nur ein gottcsfürchtigcr Jude, viel weniger noch rin orthodoxer Rabbiner, ohne die tiefste Verletzung seines Gemülhs mit anhören können, in welcher leichtfertigen Weise von einem Herzfeld und Zolowicz von der heiligen Schrift gesprochen wurde; wie man sich ferner nicht scheute, die Lehre von einem persönlichen Messias aus dem Zudenlhume und die Bitte um Wiederherstellung des Tempels und des mosaischen Cultus, welche die frommen Juden mit klagendem Herzen und in Jerusalem auf den Trümmern des Tempels zu dem Gott ihrer Väter emporschicken, avS den täglichen Gebeten zu entfernen. Und dieser Geist der Verwerfung alles Positiven im Zudenthume ist es unserer Meinung nach hauptsächlich, welcher