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Dibre Emeth · 1845-11-01 · Heft 11 (November 1845) · page 18

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Journal
Dibre Emeth
Volume
1 (1845)
Issue
Heft 11 (November 1845)
Date
1845-11-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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dieser ganzen Zeit, wie überhaupt an dem Vershhmmgstage, durfte Niemand als der Hohepriester oder sein Stellvertreter in dem Tempel erscheinen. Nachdem der Hohepriester dies Alles vollbracht hatte, ging er zu dem andern Bocke, auf welchem das Loos für Asasel gefallen war, legte seine Hände auf dessen Kopf und bekannte auf ihn die Sünden des ganzen Volkes in folgenden Worten: „Ach Herr, dein Volk, das Haus Israels, hat sich versehen, sie sind widerspenstig gewesen und haben vor Dir gesündigt! Ach Herr, vergieb jetzt das Versehen, die Widerspenstigkeit und Sunde, damit sie sich versehen haben, widerspenstig gewesen sind und vor Dir gesündigt haben, dein Volk, das Haus Israels, wie geschrieben stehet im Gesetz Moses, deines Knechts, da er spricht, 3. Mos. 16, 30: An diesem Tage geschiehst eure Versöhnung, daß ihr gereinigt werdet; von allen euren Sünden werdet ihr gereinigt werden vor dem Herrn! So oft das Volk den. Namen Jehovahs hörte, fiel es wieder auf sein Angesicht nieder und pries Gott in den bereits erwähnten Worten. Hatte der Hohepriester nun das Sündenbekenntniß für das Volk abgelegt, so übergab er den Bock einem Manne, am liebsten einem nicht Israeliten, der. ihn in die Wüste Zuk, die 12,000 Schritt von Jerusalem entfernt ist, führen und daselbst von einem Felsen rücklings hinabstürzen mußte. Ehe er aber letzteres that, theilte er das scharlachrothe Band in zwei Theile, band die eine Hälfte wieder um die Hörner des Bockes, die andere aber an einen Felsen, die dann, sobald der Bock hinabgestürzt worden war, ganz weiß wurde, wenn nämlich der Herr das Opfer seines Volkes angenommen hatte, hatte er es im Gegentheil nicht angenommen, so blieb das Band roth, was die letzten 40 Jahre des zweiten Tempels immer der Fall gewesen sein soll, wie dies im Thalmud erzählt wird. Wurde das Band weiß, so zeigte der Führer des Bockes dies sogleich den Bewohnern. Je-, rusalems an, und zwar auf folgende Weise. Auf dem Wege von Jerusalem nach der Wüste Zuk standen nämlich 10 Hütten, die immer 10Ö0 Schritt von einander entfernt waren, und nur zwischen der letzten und der Wüste lagen 2000 Schritt. In jeder Hütte waren einige Männer, welche den Führer des Bockes Speise und Trank anboten und darreichten, ihn dann bis zur nächsten Hütte begleiteten und wieder zurückgingen; nur die in der letzten Hütte kehrten auf der Hälfte des Weges um, weil es den Juden nicht erlaubt ist, am Sabbath weiter als 2000 Schritte zu gehen, das ist ein Sabbatherweg. So wie nun das rothe Band am Felsen weiß wurde, blies der Führer des Bockes in ein Horn, so daß die Männer in der nächsten Hütte es höreten, diese bliesen dann auch, und indem aus diese Weise die Nachricht von dem Weißwerden des Bandes von einer Hütte zur andern gebracht wurde, gelangte sie schnell nach Jerusalem. Im ersten Tempel jedoch soll, das Band nicht mit dem Bocke in die Wüste geschickt, sondern an die Thür der Halle des Tempels aufgehängt worden sein, damit das ganze Volk das Zeichen

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