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Dibre Emeth · 1845-11-01 · Heft 11 (November 1845) · page 19

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Journal
Dibre Emeth
Volume
1 (1845)
Issue
Heft 11 (November 1845)
Date
1845-11-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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der Vergebung sehen konnte; auch wurde der Bock Anfangs nicht von einem Felsen hinabgesturzt, sondern, wie es im Gesetz Moses heißt, blos in die Wüste geführt und daselbstlosgelassen. Nachdem es sich aber ereignete, daß der Bock wieder nach Jerusalem zurückkehrte, und auch das rothe Band nicht weiß wurde, zur großen Betrübniß des ganzen Volkes, so kam man auf diese Auskunftmittel, um solch einen schmerzlichen Anblick zu vermeiden. Damit freilich veränderten sie in der Sache selbst nichts, sie schwächten nur die ernste Stimme zur Buße an das Volk. Sobald die Nachricht, daß der Führer des Bockes in der Wüste angelangt sei, nach Jerusalem kam, welches dadurch geschah, daß er durch das Schwenken eines großen weißen Tuches der ersten von den ausstehenden Wachen ein Zeichens davon gab, und diese wieder der nächsten Wache und so weiter bis nach Jerusalem, nahm der Hohepriester die Nieren und das Fett ans dem Farren und Bocke der Sündopfer, that sie in eine Schüssel und ließ dann die Opfer selbst vor die Stadt tragen, wo sie verbrannt werden mußten. Darauf ging er in den äußern Vorhof, wo er von einer Art Predigtstuhl dem daselbst versammelten Volke einige auf das Versöhnungsfest sich beziehende Kapitel aus dem Gesetze Moses vorlas, und mit acht verschiedenen Dank- und Segenssprüchen schloß. Nachdem er damit fertig war und sich darauf wieder gebadet und gewaschen hatte, brachte er die für diesen Tag verordneten Brand-, Trank- und Speisopfer, wobei er zugleich auch die Nieren und das Fett von den beiden Sündopfern des Tages auf dem Brandopferaltar verbrannte. Am Nachmittage brachte er dann noch einige Opfer und zum Schluffe des Festes folgte das tägliche Abendopfer. Im Ganzen wurden an diesen: Tage fünfzehn Opfer gebracht, zwei Lämmer zum täglichen Morgen- und Abendopfer, der Farr zum Sündopfer für den Hohenpriester und die andern Priester, der Bock zum Sündopfer für das Volk, ein Farr, zwei Widder, sieben Lämrner und ein Ziegenbock zun: Festopfer. Nachdem der Hohepriester auch das letzte Opfer gebracht hatte, mußte er sich wieder nach Vorschrift baden und waschen, ging dann noch ein Mal in das Allerheiligste und holte die goldene Nauchpfanne, die er am Morgen darin stehen gelassen hatte, heraus. War er damit zurückgekehrt, so mußte er sich abermals baden und Wäscher:, opferte dann das Trankopfer, sprach feierlich den Segen über das Volk und beschloß so den herrlichen und feierlichen Tag der Versöhnung. Er selbst aber würde, nachdem er nochmals seine Hände und Füße gewaschen urrd seine heiligen Kleider abgelegt hatte, von den vornehmsten Priestern nach Hause geführt, wo sie ein Festmahl bereitet fanden, an dem sie gemeinschaftlich Theil nahmen. Auf diese Weise wurde das Fest rratürlich nur in Jerusalem gefeiert, weil ja nur an diesem Orte geopfert werden durste; in den andern Städten, und Orten begnügte man sich damit, daß man fleißig im Gesetz Moses las, sang und betete, besonders um Vergebung der Sünden.

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