Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- Heft 11 (November 1845)
- Date
- 1845-11-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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192 söhnung, daß ihr gereinigt werdet; von aller: euern Sunden werdet ihr gereinigt werden vor dem Herrn." So oft in diesem Sündenbekenntniß der Name Jehovah vorkam und von dem Hohenpriester, nicht wie es sonst gewöhnlich war mit Adonai vertauscht, sondern wirklich ausgesprochen wurde, fiel daö ganze Volk nieder aufs Angesicht und sprach: „Hochgelobet sei der preiswiirdige Ncttne seines Reiches in alle Ewigkeit." Nach Ablegung seines Sündenbekenntnisses ging der Hohepriester zu der: beiden Böcken, um, wie es in dein Gesetz Moses verordnet war, das Loos über sie zu werfen, und dadurch zu erfahren, welcher dem Herrn zum Sündopfer für das Volk gebracht, und welcher in die Wüste geführt werden sollte. Dies geschah auf folgende Weise. Die Böcke wurden so gestellt, daß der eine zu seiner Rechten, und der andere zu seiner Linken stand. Neben ihn: zur Rechten stand der Segan oder Vicehohepriester, zur Linken aber der Vorsteher des Hohenrathcs. Diebeiden Loose, die einander ganz gleich sein mußten und im ersten Tempel von Holz, im zweiten aber von Gold waren, befanden sich in einer hölzernen Büchse; auf einem dieser Loose stand das Wort Lajehovah (dem Herrn) und auf dem andern Laasasel (den: Asaftl). Irr diese Büchse griff nun der Hohepriester mit beiden Händen zugleich, mischte und schüttelte die Loose gut unter einander imb nahm sie dann beide zn gleicher Zeit heraus. Hatte er nun das Loos mit dem Worte, dem Herrn, in seiner Rechter:, was immer für ein gutes Zeichen gehalten wurde und was bei Simon, dem Gerechten, welcher das hohepriesterliche Amt 40 Jahre hindurch verwaltete, jedes Mal der Fall gewesen sein soll, so rief der zur Rechten neben ihm stehende Segan oder Vieehohcpriestcr ganz laut: ,,Herr Hoherpriester, hebe Deine rechte Hand in die Hohe!" Hatte er es aber in seiner Linken, so rief der zu seiner Linken stehende Vorsteher des Hohenraths: „Herr Hoherpriester, hebe deine linke Hand in die Höhe!" Darauf legte der Hohepriester zuerst dem Bocke flir den Herrn das Loos auf den Kopf imb sprach dabei das Wort Lajehovah (dem Herrn). So wie das Volk das Wort hörte, fiel es abermals auf sein Angesicht und pries den Namen des Herrn in den bereits angeführten Worten. Dann legte der Hohepriester auch dem Bocke für den Asasel das Loos auf den Kopf, band ihm ein scharlachrotheS Band in der Gestalt einer Zunge und zwei Seckel schwer zwischen die Hörner und führte ihn gegen Morgen zu, an das Osterthor, aus welchen er später hinaus geführt werden mußte. Nachdem dies Alles geschehen, ging der Hohepriester wieder zn dem Farren, legte abermals seine beiden Hände auf dessen Kopf und bekannte seine und seiner Brüder, der Priester, Sünden in den bereits angeführten Worten, nur daß er hinter den Worten „ich und mein Haus" hinzufügte „und die Söhne Aarons, das Volk Deiner Heiligkeit." Und so oft das Volk wieder das Wort Jehovah hörte, fiel es auch wieder aufs Angesicht, wie gewöhnlich den Namen des Herrn lobend. Nun schlachtete der Hohepriester den Farren, fing dessen Blut in einem Becken auf