Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- Heft 11 (November 1845)
- Date
- 1845-11-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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191 Obergerichts oder des Hohenraths jedes Mal zuvor noch besonders in den Ceremönkm unterrichtet und mußte sich Ln ihrer Gegenwart im Schlachten üben, damit er bei Verrichtung des heiligen Dienstes am großen Versöhmmgstage ja keinen.Fehler mache; und endlich wurde er noch förmlich vereidet, auch Alles ordentlich nach dem Gesetze Moses zu thuu. Dieser Eid lautete: „Herr Hohepriester! wir sind Abgeordnete des Obergerichts, und du bist unser itub des Obergerichts Abgesandter, wir beschworen dich bei dem, dessen Name in diesem Tempel wohnet, daß du im Räuchern und in dem, was wir dir gesagt, durchaus keine Abänderung machst, sondern Alles verrichtest, wie es von Alters her und immerfort verrichtet worden ist," was er ihnen dann auch zuschwören mußte. Während dieser 7 Tage wurde ihm aber noch ein anderer Priester zugeordnet, damit dieser, wenn der Hohepriester selbst bei aller Vorsicht sich dennoch etwa auf irgend eine Weise verunreinigen sollte, dann an seiner Statt des Opfer- und Altardienstes pflegte. In der Nacht vor dem Versöhnungstage durste er nicht schlafen, und um ihn wach zu erhalten, mußten ihm einige Priester aus der heiligen Schrift vorlesen oder ihn mit Musik unterhalten, auch dann und wann zum Stehen ermahnen. Um Mitternacht des Dersöhnungstages, der wie alle andern Festtage vorn Abend bis wieder zum Abend dauerte, standen die Priester auf, reirrigten derr Braudopferaltar von seiner Asche, zündeten an diesenr Tage, außer den drei Feuern, die täglich darauf brannten, noch ein viertes auf demselben au, von welchem der Hohepriester die Kohlen zum Räuchern im AllerheilLgsten nahm, und machten überhaupt die zu diesem Tage nöthigen Vorbereitungen. Noch vor Anbruch des Tages wurden die Thore des Vorhofes geöffnet und das Volk fing an sich zu der hehren und heiligen Feier der Versöhnung zu versammeln; rrnd so wie die Morgenröthe anbrach, bereitete sich der Hohepriester zu seinem Dienste vor durch Baden und Waschen. Dann brachte er zunächst das Morgenopfer, wie es täglich Gebrauch war, wobei er von andern Priestern unterstützt wurde, ging in das Heilige rmd räucherte und betete daselbst. Nach Vollendung dieses Morgengottesdienstes mußte er sich wieder baden und waschen und daun seine heiligen leinenen Kleider anlegen. Während er dies that, wurden ein Farr und zwei junge Ziegenböcklein in den Vorhof des^ Tempels gebracht, rmd jener zwischen den Tempel und Altar, diese aber zrrr MitternachtsseiLe des Altars gestellt. Sobald der Hohepriester seine Reinigung vollendet hatte, kam er Ln den Vorhof, ging sogleich zu dem Farren, legte seine beiden Hände auf dessen Kopf und bekannte seine Sünden auf denselben mit folgenden Worten: „Ach Herr! ich habe mich versehen, ich Lun widerspenstig gewesen, und habe vor Dir gesündigt, ich und mein Haus! Ach Herr! verzeihe mein Versehen, meine Widerspenstigkeit und meine Sünde, damit ich mich versehen habe, ich und mein Haus, wie geschrieben steht im Gesetz Moses, Deines Knechts, da er spricht, 3. Mos. 16, 30; An diesem Tage geschiehst eure Der-