Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- Heft 11 (November 1845)
- Date
- 1845-11-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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nuugen entweder im eigenen lichtfreundlichen Herzen vorgefunden hat oder von ihm verwandten Geistern gehört haben muß, da die .Christen, sofern die alttestamentliche« Schriften alleinige Norm des Zudenthums sind, gerade das Gegencheil von dem behaupten, was vr. H. behaupten läßt. Die Christen wissen es z. B. sehr wohl mit einander zu vereinigen, daß Gott vermöge seiner Natur allen Gottlosen ein verzehrendes Feuer ist (5. Mos. 4, 24) und, vermöge derselben Natur, allen Frommen eine glühende Liebesflamme. Der Fehler liegt hier nicht an Gott oder der göttlichen Natur, sondern an den Gottlosen, die vermöge ihrer gottlosen Natur an demselben Feuer verbrennen, an welchem die Gottseligen, vermöge ihrer göttlichen Natur (2. Petr. 1, 4) sich gar lieblich erwärmen. Den Gottlosen ist es „schrecklich in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen" (Ebr. 10, 31), die Frommen aber fallen lieber heute als morgen darein. Gott kann sein Wesen den Gottlosen zu gefallen nicht ändern. Wer also brennen will, der sei gottlos, murre wider Gott und brenne. Uebrigens ist es Unsinn eine Leugnung wie dir. 4. den Christen in den Mund zu schieben, die ja eben mitten in der Bersöhnuug drinn sitzen, obwohl sie Fremdlinge und Heiden gewesen sind. Bei Nr. 5 will es uns doch scheinen, als wenn folgende Stelle des neuen Testaments ihren guten Grund hat: „Das Gesetz ftvelches nothwcndig Formendienst und Wcrkhciligkcit im Gefolge hat) ist durch Mosen gegeben; dieGnade und Wahrheit ist durch Zesum Christum geworden. (Ev.Zoh. 1, 17.) Nr. 6 ist allerdings ungegründet. Denn unser Herr selbst lehrt: Alles, was ihr wollt, das euch die Leute thun sollen, das thut ihr ihnen: das ist das Gesetz und die Propheten (Matth. 7, 12); woraus hervorgeht, daß das Gesetz und die Propheten dasselbe gelehrt haben. Allein im alten Bunde galt doch gesetzlich das „Auge um Auge, Zahn um Zahn, Wunde um Wunde, Beule um Beule" als Regel; während der neue Bund, der durchweg von Liebe glüht, diese Regel gänzlich aufhebt. (Matth. 5, 38-41.)