Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- Heft 11 (November 1845)
- Date
- 1845-11-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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184 Christenthum ungeschoren, von welchem Du eben so wenig verstehst als vom Zudenthum! Der himmelweite Unterschied zwischen dem Amte, daß dieVerdammniß predigt, (dem Gesetz, 2. Cor. 3, 9) und dem Amte, das die Versöhnung predigt, (dem Evangelio, 2. Cor. 5, 18) ist bereits in einer wider den Herrn Dr. Herzfeld erschienenen Schrift (Etwas über die biblische Lehre vom Messias. Magdeburg, bri A. Falkenberg, 1845) so deutlich dargelegt, daß ein Stockblinder ihn zu greifen vermag, und sowohl in den Schriften des A. und N. T. begründet, daß Herr Dr. Hcrzfeld wohl eher zehn Bund Federn zcrkäuen soll, ehe er einen Buchstaben dagegen zu Papiere bringt, der das Stehen behalten könnte. Wer das Schristchen zu lesen der Mühe werth achten sollte, wird sich hiervon überzeugen und zugleich erkennen, daß Christus mit Ernst daran gedacht hat, wenn nicht eine neue Religion, doch den neuen Bund zu stiften, der in den alttestamcntlichen Schriften verheißen ist. (Zer..3l, 31—33). Selbst jeder redliche Zude, wenn er das neue Testament gelesen hat und die messianischen Verheißungen des alten Bundes kennt, wird bekennen müssen, daß Christus das gewollt hat; und Das gerade ist es, was wir uns vorgenommen haben, wider den Dr. H. zu erstreiten. Denn daß das Volk des alten Bundes nicht glaubt, daß Christus der verheißene Messias sei, darum haben wir nicht Lust mit ihnen zu streiten, obwohl es uns von Herzen weh thut, daß wir als Fremdlinge und vormalige Heiden so allein in dem herrlichen messianischen Erbe Israels sitzen, während die natürlichen Erben um ihres Unglaubens willen bis auf den heutigen Tag noch draußen stehen müssen. (Ebr. 3, 18—19.) Daß wir uns dessen wider Israel nicht rühmen dürfen, dafür hat der Herr, das Volk seiner alten Liebe im Auge, durch den Apostel Paulus sehr treulich sorgen lassen (Röm. 11, 17. 24). Wohl aber geziemt es uns, die Herrlichkeit des messianischen Bundes zu preisen, dessen Nutznießung (wenn wir uns so ausdrücken dürfen) uns armen Heiden gerade nur noch so lange überlassen zu sein scheint, bis Israel diesen Bund annimmt (Röm. 11,25—31) und damit sein messianischrs Erbe antritt, welches nicht irdisch,