Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1845)
- Date
- 1845-10-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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174 feit. Fragt aber uns vr. St. nach dem Zweck seines ferner» Daseins, so erwidern wir, daß es Zweck genug ist, als Denkmal der göttlichen Gerechtigkeit dazustehn, gleich wie das tobte Meer auch jetzt noch Zeugniß ablegt von göttlicher Gerechtigkeit, und als Exempel gesetzt ist allen Uebertretern, die hernach kommen werden. Fragt man aber, wie das Judenthum sich ohne innern Lebenskeim habe so lange halten können, so antworten wir getrost: Allerdings hat es einen Lebenskeim in sich, aber nicht von sich; dadurch erweist sich eben seine Religion nicht als eine von menschlichen Gedanken ausgegangene, sondern ans dem göttlichen Geist entsprungene, nicht auf Menschen-, sondern auf Gotteswort gebaute, und alles Göttliche, wenn auch durch Menschensünde lange Zeit getrübt und gedämpft, erhebt stch aufs Neue und thut, wozu es gesandt ist. Da bedarf es keiner losen Bemäntelung und Geschichtsverdrehung*). Wie wir aber in Israel ein Zeichen des göttlichen Zorns erkannt haben, so wissen wir auch wohl, geleitet durch die heiligen Schriften Alten und Neuen Testaments, die Führung göttlicher Gnade in ihm zu erkennen. Hat der Herr das jüdische Volk gestraft für, jeden Abfall, hat er sie dahin gegeben unter die Völker, dieweil es stch gegen seine Offenbarung verschlossen, er hat dasselbe auch znrückgebracht aus der Gefangenschaft, er wird es auch zurückrufen aus der Irre nach den Worten Sacharja 12., 10.: „Ich will ausgießen über sie den Geist der Gnade und des GebetS; denn sie werden mich ansehen, welchen jene zerstochen haben." Das ist die Geschichte Israels, so wird sie fortgehen; auch von Israel wird die Sünde genommen werden, und auch die *1 Naiv ist, wievr. St. die Frage beantwortet, warum das jüdische Volk nicht bald nach der Zerstörung Jerusalems seine GotteSerkenntniß den Heiden verkündet, es habe die Unmöglichkeit des Wirken«, und doch die Nochwendigkeit de« Daseins empfunden, und daher als seine nächste Aufgabe die Selbsterhaltung erkannt, welcher Aufgade es mit einer Riesenkraft der Entsagung nun seit jwei Jahrtausenden genügt habe. Diese Riesenkraft eriunert an den Soldaten, der stch aus der Schlacht davon machte, um dem Baterlande einen tapfer» Man» zu erhalten.