Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1845)
- Date
- 1845-10-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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173 diese scheint nur beispielsweise angeführt zu sein, um den Aus« spruch zu begründen Nicht. 21., 25.: „ein jeder that, was ihm Recht bäuchte"—*) lassen wir solche, wie die, welche wir Irrem. 5., 8. und an vielen andern Stellen der Propheten beschrieben finden, gänzlich bei Seite, und erkennen wir dafür an, daß Israel, berufen und erwählt von Gott in Abraham, der Träger wurde seiner weitern Offenbarung, daß ihm anvcrtraut wurde, was Gott geredet tPaulus an die Römer 3., 2.), daß aber eben deshalb, weil Gott unter den Juden wohnte (2. Mos. 25., 8.), die Schechina Zehovahs in ihrer Mitte sich befand, dieses Volk rin Wahrzeichen geworden ist der göttlichen Gnade des sowohl als göttlichen Zorns. Wie seine Uebertretung bestraft wurde auf dem vierzigjährigen Zuge in der Wüste, wie es seines Abfalls wegen verkauft wurde unter die Hand der Midianiter, Philister und der andern Heiden, wie es bei gemehrter Sünde beides, des Königs und des Volkes, abgefuhrt wurde in die assyrische und babylonische Gefangenschaft nach dem Wort, das Moses, der Knecht Gottes, viele Jahrhunderte vorher gesprochen (3. Mos. 26., 33.), so ist über dasselbe Volk auch gekommen Zerstreuung und Flucht unter alle Völker, sein Heiligthum ist zerstört und sein Tempel liegt danieder, auf daß es erkenne, in wen sie gestochen haben. Gegen solche unbefangene Auffassung der jüdischen Geschichte, die aus der vorurtheilsfrrien Bettachtung der vorliegenden Urkunden erwächst, zerfällt eine Aufstellung, wie sie Dr, St. gicbt, in nichts. Die Leiden, welche das unglückliche Volk erduldet, sind nicht dazu gesandt, um mit süßen Phrasen überzuckert zu werden; das Volk hatte gesündigt am Herrn, und es ist dafür gestraft worden, und soll seine Strafe betrachten als einen Act der göttlichen Gerechtig- *) Dieser Zustand gleicht dem Standpunkte der Ueberzeugungstreue, wonach jeder nur das ju thun verpflichtet ist, was er dermalen nach seine» Anstchten und Absichten für gut hält, wie ein Ei dem andern. Das Befolgen der Ucberzeugung» die von einer höher» als menschliche» Autorität getrennt ist, führt konsequenter Weise zur Umstoßung aller Sittlichkeit, und liegt dem ZesuitismuS, aber auch jedem natürlichen Menschen ganz nahe.