Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1845)
- Date
- 1845-10-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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172 sondern Zehovah, nicht seiner Tadellosigkeit wegen, sondern die Frömmigkeit sollte Folge des Glaubens sein (1. Mose 17., 1—2.). Den Bund mit dem treuen Gott, der da wahr macht, was er verheißt, den hat er seinen Nachkommen überliefert, Zehovah und nicht den Weltenschöpfer haben Zsaak und Jakob verehrt (1. Mose 18., 20. — 21.). Allerdings war dies ein neuer Glaube, insofern Gott zu den schon gegebenen Offenbarungen noch neue hinzufügte, und so seine Macht, Gnade und Herrlichkeit den Menschenkindern in immer weitern Kreise» kund that; darum predigte Abraham auch von dem Namen des Herrn, wobei er freilich auch den Beruf hatte, seine Erkenntniß auf seine Nachkommen vorzugsweise zu übertragen (1. Mos. 18., 19.). Wenn aber Dr. Stern diese Erkenntniß ein unveräußerliches Eigenthum des Volkes Israel nennt, so möchte man glauben, daß ihm 2. Mose, 3., 13., die Zeit der Richter, die Zeit der babylonischen Gefangenschaft und ihre Ursachen unbekannt geblieben, wenn man nicht im Nachfolgenden einige Andeutungen fände, daß er sie nur als seiner Ansicht unbequem ignorire. Denn hätte er die vielfachen Abweichungen Israels ausdrücklich anerkennen wollen, so wäre ihm die so oft wiederholte Phrase entgangen, daß, indem die Eotteserkenntniß des Abraham aus dem Besitzthum eines Einzelnen zum Gemeinthum einer Familie, endlich zum Heiligthum eines Volkes geworden, sich immer höhere sittliche Gestaltungen daraus entwickelt hätten. Wir sind keineswegs gesonnen, die Ucbertretungen des Volkes Israel mit schwärzern Farben darzustellen, als ihre Geschichte es thut, noch auch jetzt über einzelne Lebensacte der Patriarchen, die wir zwar für Heilige Gottes, aber keineswegs für Tadellose erkennen , zu urtheilen, aber wir wollen darauf Hinweisen, daß die Allgemeinheit des israelitischen Volkes sich keineswegs durch höhere sittliche Gestaltungen, wenn anders vr. St. damit ein höheres sittliches Leben bezeichnen will, auszeichnete, sondern daß Moses sich über die Halsstarrigkeit des Volkes beklagen, die Propheten ausrufen mußten: xton , wehe des sündigen Volks sZesaias 1., 3. 4.). Lassen wir vielmehr solche höhere sittliche Gestaltungen, wie uns Nicht. 19. erzählt werden, (und