Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1845)
- Date
- 1845-10-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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171 Aufgabe habe, die wahre Gotteserkenntmß zu verbreiten, rin Satz, der freilich später zum Ueberdruß wiederholt wird, jedoch ohne festzustellen, worin diese wahre Gottesrrkenntniß bestehe, welchen Inhalt der Gottesbegriff habe; nur so viel wird klar, daß Dr. St. keineswegs den Bundesgott, dessen Name Zehovah ist, im Sinne hat. Ohne sich mit solchen unbequemen Erklärungen, die dem Nimbus der Phraseologie (leeren Geschwätzes) so ungünstig sind, aufzuhalten, geht St. an den Kampf, leider nicht einmal an den Kampf pro nris st focis. Die beiden ersten Vorlesungen beschäftigen sich damit, einen kurzen Ueberblick der Geschichte des Zudenthums und des Christenthums zu geben. Mit Recht stellt Dr. Stern hin, die Geschichte des Zudenthums beginne nicht mit der Gesetzgebung auf Sinai, sondern mit Abraham (Seite 5.). Aber gleich mit diesem Satze unmittelbar ist der erste Grundirrthum seines ganzen Buches verworren, indem er zufügt, dem Abraham zuerst sei das Verständniß von dem Dasein eines einzigen unsichtbaren Weltenschöpfers aufgegangen, und der Glaube an denselben sei als Besitzthum göttlicher Gnade von dem Tadellosen an seinen Sohn Isaak, von diesem auf Jakob übergegangen; Abraham sei kein Lehrer eines neuen Glaubens, er sei der Gründer eines neuen Geschlechtes gewesen, indem er sein Wissen von dem einzigen Gott als unveräußerliches Besitzthum für alle Zukunft vererbt habe. Hier finden sich so viel Zrrthümer als Worte, vr. Stern scheint nicht zu wissen, daß Abraham im Lande Canaan einen Priester des allerhöchsten Gottes gefunden, den König Melchisedek von Salem, den er selbst dadurch als höher stehend anerkennt, daß er ihm den Zehnten von allem darbringt; er scheint nicht zu wissen, daß Bileam, der außer allem Verbände mit dem jüdischen Volke stand, sich selbst einen Hörer der Worte Gottes und einen Seher der Offenbarungen des Allmächtigen (miT 'Hty riTHO "VN Sx ’nox yotü) nennt. Das Bewußtsein eines einigen Gottes war diesen Propheten nicht fremd, aber anders erwies sich an Abraham die göttliche Gnade; sie war nicht auf dessen Erkenntniß gegründet, sondern auf dessen Glauben (1. Mose 15., 6.); nicht der Weltenschöpfer offenbarte sich ihm.