Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1845)
- Date
- 1845-10-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2554541-2554542-2554553--00183-2555956- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
168 gen», Z. d. Judmch. dagegen vemchmen lassmunddahin geäußert, dqß Mphl kein vernünstigep und aufgeklärter Judediesm Ubergläübischen Gebrauch der Orthodoxen noch mitmachen werde. WaS jedoch die Gebräuche, in der Synagoge betrifft, so sind sie bisher wohl noch überall beobachtet worden/ indem sie mit dem ganzen Gottesdienste genau zusammenhängen, dessen Ordnung wohl aber nur erst an sehr wenig Orten geändert sein mag. Freilich mag wohl die Mehrzahl der deutschm Juden nicht mehr glauben, daß die Engel aus dem Blasen eine Krone siechten , oder dasselbe auf einen Vorhang sticken , den sie vor das Angesicht Gottes hängen, um ihn zur Gnade und Barmherzigkeit zu bewegen, auch nicht, daß man den Satan mit dem Blasen und Schweigen des Horns irre leiten könne, daß er nicht wisst, auf welchen Tag Neujahr falle: aber die Gebete nach dem jedesmaligen Blasen werden doch noch gesprochen, und sollten sie auch nicht alle Aufgeklärten mitsprechen, so müffen sie dieselben doch-wenigstens mitanhörcn. Wir brechen hier unsere Mittheilungen über die jüdischen Feiertage ab, wollen aber, so Gott will, in der nächsten Nummer damit fortfahren und auch das Wichtigste von der Feier des Versöhmmgsfestes erzählen. So viel wird uns wohl aber jetzt schon klar geworden sein, daß das Volk Israel von der Höhe der Gotteserkenntniß und des wahren Gottesdienstes, auf der es einst stand, tief, ja sehr tief in Aberglauben, Selbstgerechtigkeit und Werkheiligkeit herabgesunken ist. Und wie das arme Volk aus diesem traurigen Zustande herausgerissen und wieder zur reinen Gotteserkenntniß und zur Verehrung Gottes im Geist und in der Wahrheit zurück geführt werden soll, ist bis jetzt gar noch nicht abzusthen, indem besonders emige seiner neuern Rabbiner alles aufbieten, es vom Aberglauben zum gänzlichen Unglauben zu führe», wie dies in diesem Walle schon hinlänglich nachgewiesen worden ist und mit Gottes Hülfe noch fernerhin nachgewiesen werden soll. Wer mm aber ein Herz für Israel hat, der wird auch nicht anders können, als sowohl dem Aberglauben, wie dem Unglauben entgegen j» treten und zu wirken, und alles anfznbieten, damit cs bald anders werde, und zu diesem Liebesdienste müssen und werden wir Christen nns auch noch besonders verpflichtet sichle», sobald wir eiugedenk sind, daß unser Heil po» den Juden kommt.; Dies Blatt erscheint monatlich in einem Bogen und kostet der Jahrgang 15 Sgr. BesteLungm neh'mm, außer dem- Herausgeber selbst, alle Buchhandlungen an. Gedruckt und t« Cemmisstou bei uud Sohn in Frankfurt». d. O>