Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1845-10-01 · Heft 10 (Oktober 1845) · page 14

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
1 (1845)
Issue
Heft 10 (Oktober 1845)
Date
1845-10-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2554541-2554542-2554553--00181-2555954
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Ae; Judeni Mf^viÄMe Weise vör>; wovon wiv uur FöWches MWren wEm' Zn einigen Gegenden sollen "sie Phon den ganzen Monat vorher täglich Tlichöth oder Bußgebete Persagen, dir meisten jedoch thrmdies erst 4 Tage vorher, wo siedamrihre-Sünden, die sie Las Jahr hindurch -begangen,' fleißig erwägen und betrauern. Am Nachmittage vor Neujahr waschen und baden sie sich) amliebsten und wenn es sein kann, im fließenden Wasser, damit sie am folgenden Tage vor deür 'Gerichtsstuhl Gottes hübsch rein und sauber erscheinen. Auch pflegen sie aM Vorbereitüngstage auf den Kirchhof zu gehen, um daselbst zu beten, weil, wie sie meinen, ^die Gebete an Orten gebrochen , wo so viele Gerechte liegen, viel wirksamer und Gott angenehmer seien, als an andern Orten. Am Abende genießen sie-noch mancherlei Speisen, die symbolische Bedeutung haben, besonders aber verschiedene süße Fruchte; Nüsse jedoch und saure Speisen dürfen sie nicht genießen. - /? Am Neujahrstage selbst ist wohl das Blasen mit dem Horn eines Widders die wichtigste Handlung. Dies Blasen wird Mit besonderer Feierlichkeit vollzogen und muß von einem anständigen und dann wohl geübten Manne verrichtet werden, der sowohl wie der Vorsänger das Sterbehemd anhat und den Tallith (fj^tö) über den Kopf geschlagen. Cs findet statt nach 'Beendigung des Morgengebets und der Vorlesung des> Abschnittes aus dem Gesetz Möses, der für diesen Tag bestimmt ist, und nachdem noch ein - Gebet für die Todten gesprochen wörden, wobei der Vorsänger die Todten alle mit Namen nennt. Findet an diesem Tage eine Beschneidung statt, so wird sie auch noch vor dem Blasen vollzögen und der, welcher das Horn bläst, muß eS dann mit blutigem Munde thun , weil man glaubt es sei so Gott angenehmer und wöhlgefÄlliger. Bevor nun aber der, welchem das Blasen übertragen, an dieses Geschäft geht, spricht er noch mit großer Andacht chr Gebet, worin er um den Beistand derjenigen Engel fleht, die über das Blasen gesetzt sind und die erdoibei mit Namen nennt. Darauf sagt ü zwei SegeMsprüche, die also lauten; Gelobet seist-du Herr, unser Gott, du König der Welt, der du uns geheiliget hast y,it deinen Geboten, und hast uns befohlen, zu Horen die Stimme des Schophers (des Horns); und: „Gelobet seist du Herr, unser Gott, du König der Welt, der du uns hast leben und bestehen und erleben lassen dieseZeit; zu beiden sagt die Gemeinde: Amen. Darauf nunnimmt er das Hom in die rechte Hand, setzt es an die rechte Seite des Mundes und bläst 12 Mal, wie ihm von dem Rabbiner oder Vorsänger vorgesungen wird. Die Gemeinde spricht nün ein kurzes Gebet, in welchem sie zu Gott fleht, daß es ihm gefallen möge, den Engel Scharschiah Ms diesem Blasen eine Krone flechten zu.lassen, .die er hinaufbringe und auf sein Haupt setze, damit er ihnen gnÄbi'3 wird wieder auf die vorige Weise 9 Mal geblasen, und nachdem dies geschehen, Met die GeMmde, HM möge es sich gefallen lassen, dH dies Bla-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.