Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- Heft 9 (September 1845)
- Date
- 1845-09-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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149 ~ Correspon-euz ««- Miseelle«. Alls unsere Mittheilung in der Beilage zu Nr. 6 aus der .Fränkischen Zeitschrift, ist uns als Erwiederung folgendes Schreiten zngegangen: Sülzhayn, den 10. Zuli 1845. In Bezug auf die Nachricht in Frankels Zeitschrift, daß der Verein fiir Israel in Kurhessen 100 Rchlr. für jeden Juden, der sich taufen lasse, ausgesetzt habe, Lin ich von dem Präses der Committee ermächtigt, Dir zu schreiben, daß dieselbe, wie sich von selbst versteht, eine allen Grundes ermangelnde Lüge sei, und daß der Verein sich nicht darauf einlassen könne,, auf solche Berläumdung Rücksicht zu nehmen; daß Du ater, da einmal die Sache in den Dibre Emeth berührt sei, diese meine Mittheilung, statt einer Erklärung der Committee, in Dein Blatt aufnehmen mögest. Es ist unbegreiflich *), daß selbst gebildete Juden solche abgeschmackte Lijgen glauben können, wie Herr Frankel dies offenbar gethan und deshalb gleich eine Ermahnung an den Präses des Vereins gerichtet hat. Möchten sie doch endlich erkennen, daß uns andemÜebertritt der Juden, welche nur durch irdische Vortheile dazu bewogen werden, nichts gelegen ist, und daß wir nicht durch Geld, sondern durch die Kraft des Wortes Gottes Seelen zu gewinnen suchen. Aber diese Kraft des Evangeliums, die sich seit 1800 Jahren an Millionen Herzen offenbart hat und auch an manchen Juden unserer Zeit ausrichtet, was der Prophet Jer. 31, 31 rc. weissagt, erkennen sie nicht; darum bleibt auch der Wahn, daß, wenn ein Jude bekehrt wird, durchaus etwas Irdisches die Triebfeder sein müsse. Ebenso haben die Meisten, weil sie selbst gewöhnlich nichts thun, ohne Bezahlung und Vortheil zu erhalten, und um das Wohl der Seelen ihrer Mitmenschen unbekümmert sind, keinen Begriff von der Liebe, womit Christus uns geliebet und womit auch seine wahren Jünger alle Menschen lieben und fiir deren Seelenheil sorgen; daher glauben sie nicht, daß, was diese für die Bekehrung der Juden thun, blos aus Liebe und zu deren wahren Besten geschehe, sondern denken immer, daß man diesen oder jenen Vortheil dabei suche, oder es nur thue, weil man bezahlt sei. Wenn vr. Frankel auch nur eine Ahnung davon gehabt hätte, daß ein christlicher Verein, wie der in Hessen, sich nicht die Aufgabe stecken konnte, die christliche Kirche äußerlich zu mehren, sondern, daß er aus Liebe und in Liebe nur *) Gewiss! und noch viel unbegreiflicher, als wenn das rohe und ungebildete Volk und selbst einige von den gebildet sein Wollenden, die alte Fabel für wahr chatten, daß die Juden zu ihrem Osterfeste Christenblut brauchen, indem ihnen der Thalmud, dem sie entnommen sein soll, ganz unzugänglich ist, da sich die Juden leicht über den Zweck, der Missionen belehren könnten, wenn sie nur wollten. Anmerk, der Redaetion.