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Dibre Emeth · 1845-09-01 · Heft 9 (September 1845) · page 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
1 (1845)
Issue
Heft 9 (September 1845)
Date
1845-09-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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145 möchte ich das aus einigen Aeußerungen Deines Briefes schließe». Aber dann siehe zu, ob Du Dich noch in der Stellung halte» kannst, die Du eingenommen. Zch meines Tbeils sehe wenigstens nicht rin, wie das Zudenthum in seiner jetzigen Gestaltung bestehen kann, wenn das Ansehen des Thalmud nicht aufrecht erhalten wird; denn die thalmudischen Satzungen und Erklärungen sind mit dem biblischen Gesetz und der biblischen Lehre im Zudenthume aufs engste verbunden- Daß ich nur beispielsweise etwas nenne: Nimm die jetzige Feier der Festtage und des Sabbaths, ja die ganzen gottesdienstlichen Einrichtungen, was die Gebräuche, die Bedeutung der Festtage, als namentlich des Neujahrstages, was die Lehre betrifft; und Du mußt erkennen, daß in dem allen das mündliche Gesetz so mit dem biblischen verbunden ist, daß es nicht möglich ist, in dem Verbände des jüdischen Gemeinwesens mit voller Zustimmung und mit ganz reinem Gewissen zu bleiben, wenn man die Göttlichkeit der Ueberlieserung in Zweifel zieht. Du kannst nur dann Deine täglichen vorgeschrjebenen Gebete mit rechtem Eifer verrichten, die Festtage mit voller Theilnahme mitseiern, und die übrigen Ritualgesetze mit Ehrfurcht beobachten, wenn Du, wie unsere Väter, das ganze Gesetz in seiner derwaligen Gestaltung, die ihm durch den Thalmud gegeben ist, das Gesetz Mosis und das Gesetz Deines Gottes nennst. Kannst Du das mit vollem Herzen jetzt noch? Zch bezweifle es. Kannst Du es nicht, nun so siehe zu, welchen Weg Du einschlägst. Das Ansehen der Bibel steht noch vrst bei Dir. Willst Du von ihr ausgehend und an ihr vesthaltend eine Reformation des Zudenthums versuchen? Noch hat keiner der Reformatoren im Zudenthum diesen Weg eingeschlagen. Sie haben bisher alle auch das Biblische nicht streng vestgehalten und weniger nach dem geschriebenen Worte als nach ihren eigenen Gedanken reformirt; denn es ist ihnen mit dem göttlichen Ansehen des Thalmud auch das der Bibel verloren gegangen, wenn sie solches, wie oben gesagt, auch nicht immer auszusprechen wagen. Zch fürchte, es wird Dir nicht anders ergehen, oder ich möchte fast sagen, ich sehe dies zum voraus, da ich Dir zutraue, daß Du ferner zu forschen fortfahren wirst. Wirst Du das aber, so wirst Du dm

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