Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- Heft 9 (September 1845)
- Date
- 1845-09-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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deutlich mit der Sprache heraus, namentlich dadurchdaß sie die Abschaffung der Beschneidung beantragten. Das haben die Herren als einen großen Zrrweg, als rin Verlassen des ZndenthumS bezeichnet. Setzt aber das Bestholten der Beschneidung nicht den Glauben an die Untrügkichkeit der Schrift voraus? Denn da die Beschneidung keinen natürlichen vernünftigen Grund für sich hat, so fällt aller Grund für sie weg, wenn man sie nicht als ein unmittelbar von Gott gegebenes Gebot betrachten kann; man kann mit demselben Rechte von ihr «blassen, als von den Speisegesetzen, auf welche zu halten, man doch fast allgemein nicht mehr für gut besindrt. Ferner ist denn der Glaube an die Zukunft eines persönlichen Messias nicht eben sowohl ein wesentlicher Glaubensartikel des Zudrnthums, als die Bcschneidung eine wesentliche Ceremonie vchelben? Wer nun an die Wundererzählungen der Schrift nicht Mehr glaubt, die Hoffnung eines Messias als eine Thorheit verwirft, manche Ritualgeseße nicht beobachtet, weil er seiner Vernunft folgt; wie kann ein solcher einen andern, der die Beschneidung abschafft, weil ihm dies vernünftig zu sein scheint, noch Vorwürfe machen? Weil aber im Grunde diese Vertheidiger, und wie sie sich dünken, weisen und besonnenen Reformatoren des Zudenthums mit den Frankfurtern auf einem Standpunkt stehen, so ist ihnen denn auch begegnet, was sie jenen angethan; man hat ihre Rabbinerversammlung angegriffen und gegen deren Beschlüsse protcstirt. Und die, von welchen dieser Protest ausgegangen, stehen mit demselben wejt achtbarer da, als jene mit ihrem Auftreten gegen die Frankfurter Uebergriffe, wie man es nennt; denn sie stehen doch wirklich mit denen, gegen welche sie streiten, in einem offenbaren Gegensätze, verdammen also nicht mit ihren eigenen Worten sich selbst; und haben etwas, worauf sie ihren Widerspruch gründen, nämlich das mündliche und schriftliche Gesetz, das sie noch als eine göttliche Richtschnur im Zudenthum anerkennen und vesthalten; während jene das.Eine in der Schrift beibehalten, das Andere verwerfen und damit zeigen, daß sie nicht wissen, was sie wollen. Doch nein, sie missen wohl, was sie wollen, doch sie halten cs nicht für gut alles zu sagen, namentlich nicht alles auf einmal, weil, wie sie