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Dibre Emeth · 1845-09-01 · Heft 9 (September 1845) · page 5

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Journal
Dibre Emeth
Volume
1 (1845)
Issue
Heft 9 (September 1845)
Date
1845-09-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Rabbiners hörte) man WMerfe mohl die Fabeln und menWiche« Gatzungen des Thalmud, aber keinen Buchstaben des Thrnach. Aber wie machen die Herren Winkelzüge, wenn man sie beim Worte hält! Du hast in Deinem Briefe ganz mit Recht gesagt, daß die Erzählungen der Schrift von dem Wunderbaren entkleidet würdem Verwirft man dann aber nicht einen wesentlichen Theil des Theuach? Ferner, hast Du wohl bemerkt, wie unser Freund Simon der Antwort rücksichtlich der Messiaslehre der Neuern aus dem Wege geht? Sicherlich blieb er die Antwort Dir schuldig, nicht weil er nicht Zeit und Papier genug hatte, sondern weil sie ihm zu schwierig war. Gewiß hat. er noch zu viel gesunden Sinn, um mit der Behauptung seiner Lehrer, daß in den Propheten nicht ein persönlicher Messias, sondern nur eine messianische Zeit, darin alle Völker den einen Gott erkennen und Israel emancipirt sein wird, geweiffagt werde. Der persönliche Messias steht so klar in der Schrift, als die Wunder; und wer beides nicht anerkennt, aber nicht Muth hat, dieses als eine Abweichung von der Schrift offen anzuerkennen, sondern seine Meinung für eine Erklärung derselben ausgiebt, der ist erstlich ein unredlicher Mensch, weil er wider sein besseres Wissen redet, und zweitens ein anmaßender, weil er andern vielmehr zumuthct, als die »wunderbarsteGeschichte der Schrift. Er fordert nämlich, daß man etwas glauben soll, von dessen Unwahrheit gesunde Augen und gesunder Verstand jeden überzeugen, während die Schrift nur Glauben an das fordert, das wir nicht gesehen haben und nicht sehen können. Hast Du auch wohl gelesen, welches Geschrei die Herren Rabbiner, die doch sonst dem Fortschritte das Wort reden, (vergleiche z. B. die Zeitung des Zudenthums von Philippson) über die Frankfurter Reformfteunde erhoben haben? Diese nämlich kamen, trotz ihres verkehrten Ausdrucks"), „daß der Mosaismus eines steten Fortschritts fähig sei" doch ziemlich *) Albert Frankel ln her unten angeführten Schrift sagt ohngefähr Folgendes hierüber: Sie hätten frei erklären sollen, was sic eigentlich meinen: „Wir sind Menschen, die durch die väterlichen Satzungen sich nicht wehr binden lassen;" aber unklar und feige wollen sie doch »och einen Schein des Zudenthums vesthalten.

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