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Dibre Emeth · 1845-09-01 · Heft 9 (September 1845) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
1 (1845)
Issue
Heft 9 (September 1845)
Date
1845-09-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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atsriN Besseres glaubt gewonnen zu haben und ins Leben einzuführen und An die Stelle des Alten zu fetzeN sucht; das kann ich nicht loben;-daß ich es in einem Bilde ausspreche: Wir sehen beide rin, daß das alte Haus abgerissen und rin neues gebaut werden Muß; aber die Grundsteine, worauf, Und die Art und Weise, wie die Meisten bauen und also auch das Gebäude, das zu Tage gefördert ist, wo man es schnell fertig gemacht hat, das erscheint mir im Verleich zu dem Gebäude, daß unsere alten RabbiNen mit vieler Einficht und Mühe aufgeführt und das Jahrhunderte lang den Stürmen der Zeit getrotzt hat, sehr mangelhaft zu sein. Man hat kein vestes Princip, keine klart Richtschnur, wonach man reformirt, und daher fehlt auch die Consequenz in der Durchführung. Man stellt die Neuerungen als gerechte Forderungen der Vernunft dar, prtiset diese als das Licht, das erleuchten und leiten soll. Man hat aus Bernunstgründen nicht allein das göttliche Ansehen des Thal- Mud bestritten und schon sehr allgemein außer Geltung gebracht; sondern, weil man Vernunft überhaupt als oberste Richterin in der Religion anerkennt und über Thenach stellt, verwirft man sogar Lehren, welche die Schriften der Propheten ganz deutlich enthalten, stellt Sätze auf, die diesen ganz offenbar widersprechen. Dagegen wagt man es nicht, offen mit der Behauptung hervorzutreten, daß man Thenach (Altes Testament) nicht mehr als Gottes Wort und untrügliche Richtschnur in Glaubenssachcn anerkenne, weil man fürchtet, eine solche Aeußerung möge doch noch zu großen Anstoß geben und manche ihnen entfremden. Za, um der Predigt Nachdruck zu geben und düs, was man von den väterlichen Satzungen beschälten Hat, zu erhalten, beruft man sich auf die Schrift als einer göttlichen und preiset sie gelegentlich als die Quelle alles göttlichen Lichtes Und Lebens. So kann man denn, wenn nicht grade in Einer Predigt,doch in einer Predigtsammlung (vergl. die erste Sammlung Predigten von Dr. Salomo» in Hamburg) das Lob der Vernunft und der Schrift auf eine solche Weise ausgrführt lesen, daß man nicht sagen kann, ob nun die Vernunft oder die Schrift das Höchste sei und welchem von beiden die oberste Entscheidung gehöre. Man behauptet auch gradezu (wie ich dies z. B. in der Predigt eines

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