Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- Heft 8 (August 1845)
- Date
- 1845-08-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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132 liche Bedingung: so weism sie sie mit der Verachtung -zurück, die sich nur da zu zeigen gebührt, wo man jemand etwas, über alle Begriffe Ungerechtes, zumuchet. Aber die berechtigte Frage bleibt immer: wer denn eigentlich die ungerechteste Forderung hinstrllt? Wenn Einer: so sie. Denn was ist doch der Inhalt ihres Begehrs? Daß wir Christen, die wir ihnen den Vortheil der unbedingten Emancipation gewähren sollen, zu gleicher Zeit auch den geistigen Vorzug ihnen einräumen, daß wir zu ihrer religiösen Ueberzxugung und zu der flachen Ansicht von dem allgemeinen Menschenthum übergehen, und ihnen auf diese Art, mit dem Ruhme höherer Intelligenz auch die Anerkennung reinerer, religiöser Erkenntniß gewähren. Sie suchen einen Vortheil, und wodurch? Nicht so, daß sie dafür wenigstens einen anderen böten, nur rin schwaches, geringes Aequivalent, daß man daraus wenigstens den guten Willen hrrvorleuchten sähe. Nein, sie sind von deü» Handelsgeiste so sehr durchdrungen, daß sie für das höchste, äußere Zugeständniß, welches sie für sich verlangen, was bieten? Das höchste innere, was sie gleichfalls für sich in Anspruch nehmen, nicht etwa Etwas dagegenleisten, wie es doch bei einem redlicheren Handel, wenigstens theilweis, der Fall sein müßte. Kurz sie sind es, deren ganze Absicht darauf gerichtet ist, den absoluten Profit zu haben. Aber, gesetzt auch, wir träten für einen Augenblick von dem höheren Standpunkte unserer christlichen Erkenntniß herab, und aus der Einsicht in dieselbe, heraus,' dann richten wir wenigstens in Bezug auf dieses, ihr Postulat, um vollständige Emancipation, an sie die Bitte: daß sie dann doch so lange warten mögen, als wir nöthig haben , um nach ihrer Ansicht aus Christen zu Menschen zu werden, und uns auf den erhabenen Standpunkt, auf welchem sie zu stehen vermeinen, empor zu schwingen. Das könnte doch, weil sie unter diesem „Menschsein" sich ohne Zweifel etwas sehr Großes und Erhabenes vorstellen, auf welchen, selbst unter ihnen, bis jetzt nur sehr wenige sich hinaufgearbeitet haben, auch nicht so schnell geschehen. Möchten vielleicht noch Jahrhunderte verstreichen, ehe es dahin mit uns käme; auf jeden Fall aber, vor der Hand so lange, als sie selber Zeit gebrauchen, um in erhabenen