Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- Heft 8 (August 1845)
- Date
- 1845-08-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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bedingt ist, und in ihr erhalten wird und fortbestcht: so macht sich dieser persönlichen Freiheit gegenüber die politische oder sociale gellend, welche in der Selbstbeschränkung der ursprünglichen Rechte deS Einzelnen, zum Besten und Nutzen der Gesammtheit, besteht. Durch sie geschieht es, daß die Einzelnen mit dem Bewußtsein ihrer gegenseitigen Berechtigungen neben einander dahin leben, und sich deshalb die beständigen Opfer ihrer persönlichen Freiheit wechselsweis darbringcn. Aber ein vollkommenes Zneinanderaufgehen der Individuen kann hierdurch keineswegs hervorgebracht werden. Zm Gegentheile, in den, nach dem Gesetze gebrachten Opfern wird die Schranke, welche zwischen allen statt findet, erst mit rechter Evidenz markirt. Nur erst, wenn die Liebe, die in ihren reinste» und höchsten Erweisen aus der Einheit der religiösen Einheit hervorgeht, zwischeneintritt, verschwindet auch diese Schranke des Bewußtseins, über das gebrachte, von dem Gesetz uyd der Nothwendigkeit geheißene Opfer. Was daher früher nur Thaten der äußeren Nöthigung waren, wird nun zu denen einer inneren, weil die Menschen, welche sich wechselseitig lieb gewonnen haben, das, was sie für einander leisten, nicht thun, weil sie es sollm, sondern, weil sie es nicht unterlassen können. Zn ganz gleicher Weise, als nun die singulären Persönlichkeiten nebm einander bestehen, findet auch eine Koexistenz der moralischen Persönlichkeiten, um uns so auszudrücken: der Bölkerindividualitäten, statt. Es giebt also Gesetze und Rechte der politischen Persönlichkeit oder Selbstständigkeit der Staaten unter einander, in Bezug auf ihre Regierung, Verfassung, Verwaltung, ihre Mitglieder und deren ausländischen Kommerz, ihre positiven Verträge und Gesandtschaften. Ze befreundeter nun diese einzelnen Völkerindividualitäten zu einander zu stehen kommen, um so inniger und vertranter müßte sich uuch der wechselseitige Verkehr ihrer einzelnen Mitglieder mit einander, herausbilden; aber eine vollständige Durchdringung derselben, im Ganzen und Großen, dürfte nur statt finden, wenn entweder die beiden, die wir uns jetzt vorstellen wollen, eine jede für sich, ein und dasselbe Dritte geworden wären, und sie in ihm ihre Bereinigung fänden; oder indem die eine die