Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- Heft 8 (August 1845)
- Date
- 1845-08-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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125 Für diesen Zweck gehen wir zuerst darauf aus, daran zu erinnern, welche Erscheinungen der Mensch, an der geistigen Seite seiner primären Wesenheit, darbietet. Wie steht cs hier? Ein jeder wird zugeben, daß bei dem Eintritte des neugeborenen Menschen in die Welt, seine geistigen Anlagen unter dem Nullpunkte, wenigstens erscheinen. Nur erst allmählig erheben sie sich über denselben, wenn das Selbstbewußtsein, was mit der Unterscheidung alles Anderen von sich, zu sein beginnt, plötzlich erwachte, und sich nun von diesem kleinen, fast unbemerkbaren, wenigstens nie mit Gewißheit auf einen ganz bestimmten Zeitpunkt, zu fixirenden Keimschlagen aus, die Entwicklung dieses geheimnißvollen Kernes, in succesfiver Aufeinanderfolge, unter den wechselndsten Einflüssen gestaltet. Dieser Anfangspunkt nun in jedem Einzelwesen, dieses Innerste, Erste, Aermste, Kleinste, was von geistiger Potenz und ihrer Bethätigung, in ihm sich darstellt, ist, die Individualität abgerechnet, in Allen allerdings etwas Selbiges. Aber das, was aus diesem Selbigen, durch die Entwickelung, bei einem jeden besonders, sich hervorbilde», ist auch in ihm etwas stets sich Besonderndes, je nachdem die mitbefördernden Entwickelungsmomente, bei diesem oder jenem Zndividuo, so oder anders, in dieser oder jener, oder einer dritten rc. Aufeinanderfolge, mit dieser oder jener Intension, nach dieser oder jener Extension, sich für die Bildung des Individuums wirksam zeigten. An dieses Letztere könnte also der Herr Landes-Rabbiner Holdheim die universalistischen Liebesbestrebungen des Zudenthums, als das, in allen Selbige, nicht anknüpfen lassen wollen. An den zuvor genannten, allerersten, geistigen Keim, in dem Menschen, wird er aber nicht wollen, da es wesentlich das Postulat in sich einschließen würde, daß zuvor alle Völker in ihre Wiege zurückkehrte». Vielleicht entgegnet er uns aber, ob wir nicht das Eine kennten, was auch durch die verschiedensten Entwickelungsstufen der Menschheit und der Bolksgenerationen sich hiedurch ziehe, nämlich die Freiheit? An ihr gelte es, den Anknüpfungs-Punkt aufzu-