Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- Heft 8 (August 1845)
- Date
- 1845-08-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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gesetzliche, aber der mesfianische, der an den Menschen anknüpst, steht nach Wer, als der christliche." Zugestanden ist also in dem Anfänge dieses Satzes, daß der christliche Partikularismus höher stehe, als der gesetzliche, weil dieser letztere nur an ein bestimmtes Volk binde; wie denn etwa aus diesem Grunde der zelotische Eifer erklärlich ist, den das jüdische Volk bei der Einnahme Kanaans gegen seine heidnischen Einwohner verübte. — Aber die Propheten traten doch hoch über dm jedesmaligen Standpunkt des Volkes und seines Gesetzes hinaus, und dieser Punkt ist es gewiß so recht eigentlich, der der Beachtung eines jüdischen Landes-Rabbiners, bei Vergleichung des Judaismus mit dem Christianismus, nicht ganz unwerth wäre. Das Zudenthum, auf seinem Kulminations-Punkte: der Prophetie, knüpfte also nicht allein an das Volk, sondern eben so sehr und mehr, an den Gottesgeist an. Durch diesen aber, sollte es ja, nach der Meinung aller Propheten, dermaleinst geschehen, daß alle Nationen der Erdc sich versammeln würden, um im Verein mit Israel, Jehovah anzubeten, im heiligen Schmuck. Auch dies wäre also ein neuer Widerspruch, denn unser Herr Verfasser in die ursprüngliche Beschaffenheit der jüdischen, religiösm Ueberzeugung hincinbringt. Aber gesetzt auch, wir dürften dies zugebcn, wenn wir uns, wohlverstanden, für einen Augenblick, auf den jüdischen Standpunkt hinstellen, daß er das Zudenthum lediglich nach seiner Gesetzlichkeit betrachtet, und absolut absieht von dem, in ihm enthaltenm, universellen Momente; oder auch vielleicht bloß in der Absicht, um dem Christianismus eine verbindliche Redensart zu weihm, es demselben subordinirt: so haben wir, ferner absehend, von der Möglichkeit eines so abstrakten Beginnens, weiterhin die Frage aufzuwerfen: was der Ausdruck, wie er von dem Christenthume gebraucht wird, besagen wolle: „an einen bestimmten Glauben anknüpfm?" Nun Herr Dr. Holdheim, als Verfechter des Fortschrittes, gemäß dessen inneren Ansprüchen an seine Vertreter, er gewiß nicht verabsäumt haben wird, sich mit christlicher Theologie etwas gründlicher zu brschästigm,— meint ohne Zweifel dm dmch un- 9*