Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- Heft 8 (August 1845)
- Date
- 1845-08-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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, 122 'I I! ■ Was es also mit dieser Forderung des Herrn Verfassers näher auf sich habe, soll nun im folgenden, da er es doch einmal anderen überlassen zu haben scheint, wenigstens feinen allgemeinsten Momenten nach, so weit es die Stellung dieser Kritik erlaubt, untersucht werden. Herr Landes-Rabbiner Holdheim meint nun zwar : „Freilich sich aufdringen, wird jeden das Ehrgefühl von selbst abhaltm; aber die Erklärung dieser religiösen Thunlichkeit, daß von Seiten der Religion solchem Streben nichts im Wege stehe, dürfen wir niemand vorenthalten, wenn sie bei Uns als Wahrheit feststeht." -Auch an diesem Sage wären freilich, sowohl in sprachlicher, als in sachlicher Hinsicht, mancherlei Ausstellungen zu machen. Nämlich ob es nicht besser wäre, in der angeführten Verbindung sich des in der reciproken Bedeutung gebräuchlicheren Zeitwortes: „aufdrängen" zu bedienen. Sodann: ob an der Praxis absolut verzweifelt werden dürfe, obschon der theoretische Saß, aus welchem sie hervorgehen müsse, feststehe? Ob es genüge, eine bloße "Erklärung bei einer so ungemein wichtige» Wahrheit, wenn es diese wäre, abzugeben, oder ob man nicht vielmehr berechtigt wäre, eine so viel als möglich dialektisch dargelegte Begründung der fraglichen Behauptung zu erwarten? Ob man bei derartigen, lediglich assertorisch hingcstellten, ästhetisch empfindsamen Proklamationen jemand etwas vorenthält, wenn man sie lieber gar nicht zu Tage fördert? Und endlich, ob sich für diesen Satz, auch bei allen den Glaubensgenossen des Verfassers, welche sich mehr zu der konservativen Richtung Hinneigen, als Etwas, was den Beinamen Wahrheit verdiente, Anklang finden dürfte? Um jedoch genauer auf den Grund dieser angeblichen Wahrheit zu kommen, wollen wir in ähnlicher Weise, als es oben geschehen, einen anderen Satz des Herrn Dr. Holdheim aualysirend, abhandeln. Er ist folgender: , „Der christliche Partikularismus, weil er «seine Anserwählung nicht an edr bestimmtes Volk, sondern an eine» bestimmten Glauben bindet, steht höher, — wir wollen das eiyräumen- -— als der